2.  Im  Anlaut  sowie  im  Inlaut  nach  Konsonanten  2.  Im  Anwerden
  p,  t,  k  (pp,  tt,  kk)  zu  sog.  Affrikaten  (d.  i.  laut.
Verschlusslaut  und  Reibelaut)  pf,  tz,  ch  (zu  sprechen
kch,  s.  o.),  indes  konsequent  nur  im  Oberdeuischen;
in  den  fränkischen  Dialekten  ist  P  nur  teilweise,  k_
gar  nicht  verschoben.  Dieser  Zustand  spiegelt  sich
im  heutigen  Hochdeutsch  wieder.  |

Beispiele:
engl.  pound  —  deutsch  Pfund
dagegen:  „  hep  =  ,  helfen
„ta  =  „  zehn
„  heart  =  ,,  Herz
„  con  =  »  Korn,  allem.-schweiz.
  (horn
„  work  =  ,,  Werk.

Unverschoben  bleiben  die  Verschlusslaute  in  den
Verbindungen  sp,  st,  sk,  ft  und  ht;  man  vergl.  engl.
stone  mit  hochd.  Sfe’rz,  spin  mit  spinnen,  scold  mit
schelten  (sch  aus  älterem  sk,  vergl.  $  14),  craft  mit
Kraft.  In  dieser  Verbindung  waren  die  tonlosen
Verschlusslaute  des  Indogermanischen  auch  im  Urgermanischen
  erhalten  geblieben.  -  -  Die  Verbindung
tr  erhält  sich  ebenfalls:  engl.  true  =  deutsch  freu.

Das  Hochdeutsche  hat  durch  die  eben  geschilderten
  Vorgänge  den  grössten  Teil  der  alten  tonlosen
  Verschlusslaute  verloren,  doch  wird  dieser
Verlust  teilweise  gedeckt  durch  eine  neue  Verschiebung
  der  tönenden  Verschlusslaute  b,  d,  g  zu  Tönende
p,  t,  k.  Freilich  ist  diese  Verschiebung  nur  im  Yerschluss-Oberdeutschen
  ziemlich  vollkommen,  im  Mitteldeut-  laute.
schen  ist  sie  nicht  durchgeführt  worden,  und  daher
ist  unsere  heutige  Schriftsprache,  mit  Ausnahme  der
Verschiebung  von  d  zu  t,  auf  dem  niederdeutsch-eng-