lischen  Lautstand  stehen  geblieben.  So  finden  wir:
engl.  dag  —  Tag,  broad  =  dreit,  ebenso  middle
-=  Mittel,  auch  under  —=  sanfter.  Germ.  nd  wurde
im  althochd.  meist  zu  nt,  kehrte  aber  bald  zu  nd
zurück;  engl.  bind  --  ahd.  bintan,  aber  nhd.  dinden;
  auch  rd  teilt  zuweilen  dies  Schicksal,  so  dass
sich  Formen  wie  erde  und  Z/irte  heute  nebeneinander
  finden  gegenüber  got.  hairda,  hairdeis,
ahd.  herta,  hirt.  Auch  im  Anlaut  bleibt  zuweilen
gemeingerm.  d  unverschoben,  vgl.  engl.  damp
„feucht“  mit  Dampf.  Gemeingerm.  b  und  g  bleiben
  meist  erhalten:  engl.  bid  =  bien;  God  =
@ott;  nur  inlautendes  bb  wird  zu  pp:  engl.  rib
—  Rippe,  gelegentlich  auch  inlautendes  gg  zu  kk:
vgl.  die  Ortsnamen  Brügge,  Muggendorf  mit  hochd.
Brücke,  Mücke  (ck  =  kk).  Nachdem  die  zweite
Lautverschiebung  erfolgt  ist,  sind  nunmehr  folgende
Laute  im  Althochdeutschen  vorhanden:

I.  Verschlusslaute:  p,  pp,  b,  bb,  t.  tt,  d,  k,  ck
(=  kk),  8,  88-II.
  Reibelaute:  f,  ff,  s,  ss,  z,  zz,  h,  hh  (ch).
Ill.  Affrikaten:  pf,  kh  (nur  oberd.),  z,  zz.
IV.  Sonore  Konsonanten:  w  (uu),  j,  r,  rr,  |,  Il,  m,
mm,  n,  nn.

Weitere  Veränderungen  des  ahd.  sind:  germ.
th  wird  im  Laufe  der  ahd.  Zeit  zu  d:  got.  thridja:

ahd.  dritto  ‚‚dritte‘“‘,  got.  thaüurnus  =  ahd.  dorn;
h  schwindet  vor  |,  n,  r,  w:  got.  hrains  =  ahd.
rein,  got.  hlahjan  =  ahd.  lahhen  „lachen“.

So  bietet  der  althochdeutsche  Konsonantismus
gegenüber  dem  gemeingerm.-gotischen  ein  weit  bunteresBild,
  das  durch  den  verschiedenen  Lautstand  der
ober-  und  mitteldeutschen  ‚Mundarten  noch  ver-