wickelter  wird.  Als  Beispiel  und  zur  Veranschaulichung
  wollen  wir  das  Vaterunser  in  ostfränkischer
Mundart:  (Fulda)  aus  der  Uebersetzung  der  Evangelienharmonie
  des  Tatian  hier  mitteilen.  Es  lautet
dort:

Fater  unser  thu  thar  bist  in  himile,  si  giheilagot  Ostfränk.
thin  namo,  queme  (Zone)  thin  rihhi,  si  thin  uuillo,  Vaterunser.
so  her  (er)  in  himile  ist,  so  si  her  in  erdu  .  unsar
brot  tagalihhaz  gib  uns  hiutu,  inti  furlaz  uns  unsara
sculdi,  so  uuir  furlazemes  unsaren  sculdigon,  inti  ni
gileitest  unsih  in  costunga  (Versuchung,  Prüfung,
vgl.  Zosten  —  prüfen),  uzoulı  (sondern)  arlosi  unsih
fon  ubile.  |

Hiermit  vergleiche  man  dasselbe  Vaterunser  in
südalemannischer  Sprachform  aus  St.  Gallen,  das
folgendermassen  lautet:  \

Fater  unsat  thü  pist  in  himile,  uuihi  (wezse)  St.  Galler
namun  dinan  .  gqhueme  rihhi  din  .  uuerde  uuillo  diin,  YAterunser.
sö  in  himile,  sösa  in  erdu  .  prooth  unsar  emezich
(beständig,  =  nhd.  erzsig)  kip  uns  hiutu.  obläz  uns
sculdi  unsaro,  sö  uuir  obläzem  uns  sculdik&amp;m  .  enti  ni
unsih  firleiti  in  khorunka  ..  üzzer  lösi  unsih  fona  ubile.

Es  fallen  uns  die  oberdeutschen  Formen  auf:
pist,  prooth,  kip,  sculdik&amp;m,  khorunka  (gegenüber
mitteldeutschem  bist,  brot,  gib,  sculdigon,  costunga),
  wobei  wir  die  tönenden  Verschlusslaute  des
Gemeingermanischen  auch  in  der  Schrift  zu  tonlosen
  Lauten,  ebenso  gemeingerm.  anlautendes  k  (in
khorunka)  zu  kh  verschoben  sehen  (ch  gespr.  wie
in  „doch“;  dieses  anlautende  ch  für  hochdeutsches
k  ist  bis  auf  &amp;en  heutigen  Tag  ein  Kennzeichen
der  hochalemannischen  und  schweizerischen  Mundarten).
  Zu  gleicher  Zeit  aber  sollen  uns  obige