Althochd.

Vokalismus.
  .

Umlaut,

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Stücke  eine  Probe  des  althochdeutschen  Vokalismus
geben,  der  dem:  gotischen  gegenüber  (vgl.  $  4,
S.  22)  wohl  weniger  rein  klingen  mag,  aber  trotzdem,
verglichen  mit  unserer  heutigen  Sprache,  sich  noch
klangvoll  genug  darstellt.  Freilich  verliert  er  bald
an  Klangfülle..e.  Denn  wie  vom  Süden  her  ein  Bestreben
  sich  geltend  macht,  die  Konsonanten  zu
verschärfen,  beruhend  auf  stärkerer  Atmungstätigkeit
  beim  Sprechen,  wobei  das  gebirgige  Land  vielleicht
  mitbestimmend  ist,  so  kommt  von  der  norddeutschen
  Ebene  her,  da  wo  die  Wirkungen  der
Lautverschiebung  sich  verflüchtigen,  die  Neigung,
Vokale  benachbarter  Silben  anzugleichen,  eine  Erscheinung,
  die  wir  auch  schon  im  Gemeingermanischen
  antreffen  (vgl.  $  2,  S.  ıır).  Es  ist  dies  der
sogenannte  Umlaut.  Er  wird  bewirkt  durch  den
Vokal  der  folgenden  Silbe,  dem  sich  der  Vokal  der
vorhergehenden  Silbe  angleicht.  Am  verbreitetsten
und  am  frühsten  aufgetreten  ist  der  Umlaut  im
Angelsächsischen;  auch  das  Nordische  kennt  ihn
in  weiter  Ausdehnung.  Auf  festländischem  Boden
erscheinen  die  ersten  Belege  für  den  Umlaut  im
9.  Jahrhundert  im  niederdeutschen  Gebiet,  später
treten  sie  in  den  hochdeutschen  Mundarten  hervor;
konsequent  bezeichnet  wird  er  überhaupt  erst  in
der  mittelhochdeutschen  Periode,  obwohl  er  in  der
Hauptsache  um  1150  seinen  Abschluss  erreicht  hat.
Auch  beschränkt  sich  auf  deutschem  Gebiet  der
Umlaut  auf  den  Einfluss,  den  ein  i  oder  j  auf  den,
Vokal  der  vorhergehenden  Silbe  ausübt.  Ihm  verdanken
  wir  das  Nebeneinander  von  Gas/  —  (räste  (ahd.
gesti),  koch  —  Höhe  (ahd.  höhi),  wir  fahren  (Ind.
Imp.)  —  führen  (Conj.),  Braut  —  Bräutigam  usw.
Der  älteste  Umlaut  des  a  wurde  in  ahd.  und  mhd.