Kurze
Vokale.

Lange
Vokale,

Vokale  der
Mittelsilben.


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ei  und  ou:  stein  =  got.  stains,  houbit  =  got.
haubith.  Urgerm.  &amp;  und  ö  werden  diphthongiert:
got.  hör  —=  hier,  got.  mis  (aus  lat.  mensa,  vulgärlat.
  mösa)  =  mias,  mies  „Tisch“;  5%  wird  uo:  got.
fötus  —=  fuoz,  got.  brüthar  —=  bruoder.  Urgerm.
eu  -=  got.  iu  wurde  zu  eo,  io,  vor  a,  e,  o  in  der
folgenden  Silbe:  biudan  —  beotan,  biotan,;  sonst
zu  iu:  got.  diups  —  tiuf  „tief“.

Zu  beachten  ist,  dass  jeder  Vokal  seiner  Quantität
  gemäss  ausgesprochen  wurde,  ganz  wie  in  den
klassischen  Sprachen;  d.h.  im  Althochdeutschen  ist
kurzer  Vokal  vor  einfachem  Konsonant  (in  offener
Silbe)  auch  wirklich  kurz,  nicht  gedehnt  wie  im  Neuhochdeutschen
  zu  sprechen;  also  Fäter  (gespr.Vatter),
nämo  (gespr.  Nammo),  böto,  füna,  gib,  übile  u.s.w.
Lange  Vokale  werden  in  den  ahd.  Handschriften
durch  Doppelschreibung,  gelegentlich  auch  durch
einen  Circumflex  oder  einen  Akut  bezeichnet  (beide
Arten  finden  wir  im  St.  Galler  Vaterunser  vertreten:
prooth  —=  Brot,  rihhi  =  Reich).  Lange  und  kurze
Vokale  finden  wir  sowohl  in  Stammsilben  wie  in  Endungen,
  doch  iu  letzteren  ausser  iu  z.B.  in  beidiu,
Nom.  Sing.  Fem.  und  Nom.  Plur.  Neutr.  „beide“
(s.  u.  $  8,  S.  48)  keine  Diphthonge.

Die  vorstehenden  Angaben  beziehen  sich
hauptsächlich  auf  Stammsilben;  die  Vokale  der
Mittelsilben  sind  nur  dann  gut  erhalten,  wenn  sie
lang  oder  durch  mehrere  Konsonanten  gedeckt
waren  und  daher  einen  Nebenakzent  trugen:  scribäri
  „Schreiber“,  salböta  „salbte‘“,  liuböro,  liubösto
„lieber,  liebste‘,  kostunga  „Versuchung“,  kuninginne
  „Königin“.  Sonst  verfallen  sie  zu  e  oder
gleichen  sich  den  Vokalen  Jder  Endsilben  an:  ahd.
menigi  —  got.  managei  „NMenge‘“.  Neue  Mittelvo-