Eine  Neuschöpfung  des  Germanischen  ist  die
sog.  schwache  Deklination  des  Eigenschaftsworts
nach  dem  Muster  der  konsonantischen  n-Stämme
der  Hauptwörter:

Sing.  Masc.  blinto  \  %„...  blinto
Neutr.  blinta  f  blinten  blinten  blinta
Fem.  blinta  blintün  blintün  blinta

Plur.  Masc.  f  blinton  |  \  blinton
Neutr.  \  blintun  blintöno  blintöm  J  blintun
Fem.  blintün  |  .  blintün

Die  Steigerung  geschieht  mittels  der  Suffixe  Steigerung.
-ir,  -ör  für  den  Komparativ,  und  -ist,  -Ööst  für  den
Superlativ;  also  höh  —  höhiro  —  höhisto  „hoch,
höher,  höchst‘  oder  salig,  saligöro,  saligösto  „selig“
u.  s.  w.  Dekliniert  werden  diese  Formen  wie  die
schwachen  Adjektive.  (Unregelm.  Steigerung,  s.  |  15.)

Die  von  Adjektiven  gebildeten  Adverbien  gehen  \dverbialauf
  -o  aus:  scöni  „schön“,  Adv  scöno  „schon“;  bildung.
festi  „fest“,  Adv.  fasto  (ohne  Uimlaut)  „fast“;  ubil
„übel“,  Adv.  ubilo.

Ausser  ein  kann  im  Ahd.  auch  zwei  und  dre’  Zahldekliniert
  werden:  zwöne,  zwä,  zwei;  dri,  drio,  driu,  wörter.
für  die  drei  Geschlechter.  Ebenso  können  die  Zahlen
von  4—1ı2  flektiert  werden  und  zwar  nach  der  i-Dekl.,

  wenn  sie  nach  ihrem  Substantiv  stehen.

Die  Zehner  von  20:  60  werden  mit  einem  alten
Substantiv  -zug  „Dekade“  gebildet,  daher  40  Wochen
im  Ahd.  feorzug  wehhöno  (Gen.Pi.)  heisst;  die  Zahlen
von.  70-—100  sind  in  der  ältesten  Zeit  mit  -zo  zusammengesetzt,
  also  sibunzo  70,  später  tritt  auch
hier  -zug  ein,  das  sich  endlich  zu  -zig,  der  heutigen
Form  umbildet.  100  heisst  im  Ahd.  zehanzug,  nur
die  mehrfachen  Hunderter  werden  auch  durch  das

Feist,  Die  deutsche  Sprache,  4