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solcher  Wortgruppen  würde  uns  an  dieser  Stelle
zu  weit  führen;  wir  begnügen  uns  mit  dem  Hinweis
  auf  ihr  Vorhandensein.  Ein  tieferes  Eingehen
auf  alle  Kompositionsmöglichkeiten  der  deutschen
Sprache  ist  überhaupt  bei  begrenztem  Raume  unmöglich,
  da  sie  so  ausserordentlich  mannigfaltig  sind,
wie  in  keiner  anderen  modernen  Sprache:  Die  Zahl
der  Zusammensetzungen  mit  Liebe  beträgt  nach  ungefährer
  Schätzung  allein  900  Wörter,  mit  „Mensch“
fast  450!  Wer  wollte  eine  solche  Mannigfaltigkeit,
einen  solchen  Reichtum  darstellend  erschöpfen  ?
Und  noch  ist  die  Quelle  keineswegs  versiegt;  nein!
sie  sprudelt  lebendig  immer  weiter,  stets  neu  gebärend,
  und  anderseits  wird  Altes,  Verbrauchtes
fallen  gelassen.  Ein  ewiges  Werden  und  Vergehen
auch  im  Leben  der  Sprache.

$  10,

Wortton  und  Kunstformen  der  poetischen
Sprache  im  Althochdeutschen.

Schon  in  der  indogermanischen  Ursprache  trug
stets  eine  Silbe  den  Hochton  des  Wortes,  den  man
gewöhnlich  schlechthin  als  den  ‚Akzent‘  bezeichnet.
Wir  haben  schon  früher  ($  2,  S.  ııf.)  erwähnt,  dass
die  Stelle  des  Hochtons  im  Indogermanischen  wechselnd
  war;  bald  ist  die  Stammsilbe,  bald  eine  Endung,
  zuweilen  auch  eine  Vorsilbe  Trägerin  des
Akzents.  Vgl.  idg.  voida  —=  got.  wait  „ich  weiss“
neben  vidmen  =  got.  witum  „wir  wissen“,  (der
Unterschied  von  weiss  und  wissen  geht  also  auf  uralte
  Betonungsverhältnisse  zurück);  idg.  &amp;-drkon  =