Nebenton.

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urkundi  „Urkunde“  nhd.  Vorschlag  und  andere,  bei
denen  die  Betonung  den  vollen  Vokal  der  Vorsilbe
erhielt,  ebenso  wie  in  der  Partikel  un-,  die  meist
betont  ist:  Unlust,  ünredlich.  Doch  ist  hier  schon
in  ältester  Zeit  die  Lage  des  Akzents  schwankend;
so  finden  wir  bei  Otfried  ungiloübige  „Ungläubige“.
Auch  die  Lehnwörter  des  Althochdeutschen  fügen
sich  der  germanischen  Betonungsweise  und  ziehen
den  Akzent  auf  die  erste  Silbe  zurück:  lat.  monasterium
  wird  AZünster,  palätium  Pfalz,  canälis  dial.
Kennel,  favönius  schweiz.  Föhn,  pulvinar  Pfühl  u.  s.w.

Ausser  dem  Hauptton  tragen  mehrsilbige  und
besonders  zusammengesetzte  Wörter  einen  Nebenton
  (gewöhnlich  mit  einem  Gravis  ‘  bezeichnet).
Lange  Ableitungssilben  haben  regelmässig  einen  solchen;
  so  z.  B.  die  Ableitungssilben  ahd.  -äri,  -inne,
-nissi,  -unga:  scribäri  ‚Schreiber‘,  küninginne  „Königin‘“,
  gehältnissi  „Erhaltung“,  köstünga  ‚„Prüfung“.
Der  Nebenton  kann  also  direkt  auf  den  Hochton
folgen,  kann  aber  auch  durch  eine  unbetonte  Silbe
von  ihm  getrennt  sein.  Ueberhaupt  herrscht  das
Bestreben  vor,  den  Nebenton  meistens  auf  die  dritte
Wortsilbe  fallen  zu  lassen,  besonders  wenn  die  hochbetonte
  Silbe  kurz  oder  wenn  nach  langer  Stammsilbe
  die  dritte  wieder  lang  ist  (£-:  oder  2-!,  wobei
  -  =  Kürze,  -  —  Länge  ist):  ahd.  thänana  „von
dannen  “‘,  fremider  „Fremder“  (2  -),  kindilin  „Kindlein“,
  wizagön  „weissagen‘“  (2..).  Tritt  dagegen
der  Fall  ein,  dass  nach  langer  Stammsilbe  zwei
Längen  oder  zwei  Kürzen  folgen,  so  scheint  die
Lage  des  nächstfolgenden  Hochtons  für  die  Stellung
des  Nebentons  massgebend  gewesen  zu  sein,  d.h.
es  fand  ein  Abwiegen  der  rythmischen  Satzbetonung
Statt,