ihn  zwingt  mit  seinem  eigenen  Sohne  zu  kämpten
(die  Alliteration  ist  durch  den  Druck  hervorgehoben):

Welaga  nü,  waltant  got,  wäwurt  skihit.
Weh  nun,  waltender  Gott,  Wehgeschick  geschieht.
Ih  wallöta  sumaro  enti  wintro  sehstic  ur  lante,
Ich  wallte  Sommer  und  Winter  sechzig  ausser
Landes,
Där  man  mih  co  scerita  in  folc  sceotantero,
Wo  man  mich  je  scharte  in  (das)  Volk  (der)
Kämpfer,
sö  man  mir  at  burc  Enigeru  banun  ni  gifasta.
Doch  man  mir  in  irgend  einer  Stadt  (den)  'l'od
nicht  bereitete.
Nü  scal  mih  suäsat  chind  swertu  hauwan
Nun  soll  mich  (das)  eigne  Kind  (mit  dem)
Schwerte  hauen,
bretön  mit  sinu  billiu  eddo  ih  imo  ti  banin
werdan.
zerschmettern  mit  seiner  Streitaxt  oder  ich  ihm
zum  Mörder  werden.

Ausser  der  Abwechslung  von  Hebung  und
Senkung  und  der  beide  Halbzeilen  bindenden  Alliteration
  sind  die  Kunstmittel  altgermanischer  Dichtung
  nur  gering:  Formelhafte  Wendungen,  die  sich
bei  den  verschiedenen  Sprachstämmen  wiederfinden,
sind  sehr  beliebt.  Jede  Halbzeile  bildet  eine  syntaktische
  Einheit,  indes  ist  eine  gedankliche  Verbindung
  über  den  Verseinschnitt  wie  auch  von  zwei
aufeinanderfolgenden  Versen  nicht  ausgeschlossen.

Es  konnte  nicht  ausbleiben,  dass  ein  so  primitives
  Kunstmittel,  wie  es  die  altgermanische  Langzeile
  ist,  der  flüssigeren  lateinischen  Verskunst  mit
ihren  voliklingenden  Reimen,  deren  sich  z.  B.  die