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tung  ihnen  nicht.  Das  Volk  ruhte  in  dumpfer  geistiger
Untätigkeit,  gebeugt  unter  weltliche  und  geistliche
Herrschaft.

Erst  die  Kämpfe  zwischen  diesen  beiden  Ge-  Aufwalten

  in  der  zweiten  Hälfte  des  ıı1.  Jahrhunderts,  schwung
die  lange  Jahre  des  Bürgerkrieges,  der  Verwüstung  Geistesund

  des  Mordens  für  Deutschland  zur  Folge  hatten,  lebens  in
weckten  das  Bürgertum,  besonders  in  den  Städten,.  Deutschzu
  neuem  Leben.  Dann  kamen  die  Kreuzzüge  mit  land.
ihrem  Zufluss  französischer  Pilger  und  Streiter  über
Deutschland  hinweg;  die  Berührungen  mit  fernen
Landen  auf  den  Heerfahrten  erfüllten  die  empfängliche

  Volksseele  mit  neuen  Ideen,  gaben  der  poetischen

  Schöpfung  neuen  Inhalt,  dem  die  Form  durch
Entlehnung  aus  der  fortgeschritteneren  französischen
Literatur  gewonnen  ward.  Neben  der  Geistlichkeit,

die  ihre  Rolle  in  der  Dichtung  weiterspielte,  tritt

nun  das  ritterliche  Element  auf  den  Plan;  beide

aber  dichten  nicht  mehr  für  ihre  besonderen  Kreise,

wie  die  Geistlichen  in  althochdeutscher  Zeit,  sondern

  für  das  ganze  Volk,  das  nun  auch  regeren

Anteil  an  den  dichterischen  Erzeugnissen  nimmt.

Auch  ist  die  literarische  Produktion  nicht  mehr
landschaftlich  beschränkt;  eine  gegenseitige  Beeinflussung
  der  verschiedenen  Stämme  ist  deutlich  zu
merken.  Diese  konnte  umso  eher  eintreten,  als  nunmehr

  die  Sprachen  der  verschiedenen  Stämme  durch
gemeinsame  Umwandlungen  sich  ähnlicher  geworden

waren  als  im  Althochdeutschen.  Die  vollen  Vokale  Verfall  der
der  Endsilben  und  Mittelsilben  waren  zumeist  ver-  E"dsilbenvokale.



blasst,  eine  weitere  Wirkung  des  germ.  Stammbetonungsgesetzes:
  seitdem  der  uralte  Wechsel  der  Betonung

  zwischen  Stamm  und  Endungen  aufgegeben
worden,  war  die  immer  weitergehende  Schwächung