leren  Vokale  o,  u,  ou,  uo,  öÖ,  ü  :  mhd.  möhte  =  ahd.
mohti;  süne  „Söhne‘  =  ahd.  suni;  Indikativ  wir  fuoren
(ahd.  End.  -um);  Konjunktiv  wir  füeren  (ahd.  End.
-im);  höch  —  hoeher  —  hoehest,  ahd.höhir  —  höhist;
hüs  ;,‚Haus“‘,  Plur.  hiuser  =  ahd.  höüsir  u.s.w.  Auch
langes  &amp;  wird  jetzt  umgelautet  zu  ae:  mhd.  mäze
„Mass“  —  maezec  „mässig‘“  =  ahd.  mäzig.
|  Um  das  Jahr  1080  etwa  sind  die  Veränderungen,
  die  das  Althochdeutsche  vom  Mittelhochdeutschen
  trennen,  abgeschlossen;  die  literarischen
Werke  aus  dieser  Zeit  zeigen  überall  und  übereinstimmend
  dieselben  Merkmale.  Freilich  sind  sie
noch  nicht  streng  durchgeführt;  bis  ins  13.  Jahrhundert
  treten  gelegentlich  in  den  Handschriften  bei
Mittelsilben  noch  volle  Vokale  auf  (die  sich  ja  in
‘den  Mundarten  bis  auf  den  heutigen  Tag  vereinzelt
erhalten  haben),  besonders  auf  süddeutschem  Gebiet,
  im  Alemannischen,  wo  die  langen  Vokale  der
Endungen  erhalten  bleiben,  die  kurzen  dagegen  zu
e  geschwächt  werden.  Aber  auch  bei  diesen  ist  die
Schwächung  nicht  gleichmässig  erfolgt;  auch  hier  geht
der  Norden  dem  Süden  voraus.  Der  letztere  stellt
überhaupt  das  schwerfälligere,  konservativere  Element
vor,  eine  Erscheinung,  die  wir  bis  auf  den  heutigen
Tag  verfolgen  können  und  die  den  süddeutschen
Mundarten  ihr  unbestreitbar  altertümlicheres  Gepräge
gegenüber  den  mitteldeutschen  von  jeher  verliehen  hat
und.  noch  verleiht.
$  12.

Ausdehnung  und  Gebrauch  der  hochdeutschen
Sprache  in  mittelhochdeutscher  Zeit.

Wenn  wir  gesehen  haben,  dass  in  althochdeutscher
  Zeit  die  Elbe,  Saale  und  Enns  etwa  die  öst-Feist,
  Die  deutsche  Sprache.  6.