Vordringen
der
deutschen
Sprache  im
Südosten.

Siebenbürgen.


In  Mitteldeutsch-



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liche  Grenze  der  deutschen  Sprache  bildeten,  so
bemerken  wir  schon  gegen  Ende  der  ersten  Sprach-.
periode  ein  Uebergreifen  des  Deutschen  in  das
Nachbargebiet.  Die  Fortschritte  der  deutschen
Sprache  hängen  fast  ausnahmslos  zusammen  mit
kriegerischen  Erfolgen  deutscher  Könige  oder  Herzöge
  gegen  die  benachbarten  slavischen  Völkerschaften,
  im  Süden  auch  mit  der  Niederwerfung  der
Avaren  durch  Karl  den  Grossen  im  Jahre  796  und
der  endgültigen  Besiegung  der  Ungarn  durch  Otto  I.
in  der  Schlacht  auf  dem  Lechfelde  (955).  Karl
gründete  bekanntlich  gegen  die  Avaren  die  Ostmark
  jenseits  der  Enns,  die  von  zahlreichen  bairischen
  Kolonisten  bevölkert  wurde  und  ihre  Grenzen
  bald  auch  nördlich  der  Donau  ins  Land  der
Mähren  ausdehnte.  Sicherer  Besitz  wird  sie  freilich
  erst  nach  der  Zurückdrängung  der  Ungarn,
aber  alsdann  dehnt  sie  ihr  Gebiet  auch  östlich  weiter
  aus,  greift  über  die  Leitha  hinüber  und  sendet
bis  tief  ins  eigentliche  Ungarn  versprengte  Kolonien.
Die  entlegenste  und  ausgedehnteste  von  ihnen,  das
Land  der  sog.  Siebenbürgischen  Sachsen,  ist  erst  eine
Gründung  des  ı2.  und  13.  Jahrhunderts  und  auch
nicht  von  Sachsen  bevölkert  worden,  sondern  von
ripuarischen  Franken  aus  der  Moselgegend,  wohin
die  noch  erkennbaren  Uebereinstimmungen  zwischen
der  Sprache  der  Siebenbürger  und  Moselbewohner
weisen.  Schon  früher  sind  Steiermark  und  Kärnten
gründlich  germanisiert,  und  die  Sprachgrenze  ist
bis  zur  Donau  vorgeschoben  worden,  ehe  an  einer
anderen  Stelle  der  deutschen  Grenze  die  Wiedereroberung
  altverlorenen  Gebiets  gelang.

Denn  in  Mitteldeutschland  am  oberen  Main
waren  slavische  Völkerschaften  tief  in  Deutschland