Nordmark.

Ausdehnung

des
Deutschen
ım  Innern.

war  der  Rückstoss  der  Slaven  erfolgt;  nur  die  südlichsten
  Gebiete,  Meissen  und  die.  Lausitz,  konnten
von  den  Deutschen  dauernd  gehalten  werden.  Doch
war  der  Stillstand  nur  ein  zeitweiliger:  mit  dem
Wiedererstarken  der  deutschen  Kaisergewalt  unter
den  Hohenstaufen  beginnt  die  Flut  deutscher  Einwanderung
  sich  bis  nach  Schlesien  zu  ergiessen,
um  von  dem  einmal  gewonnenen  Gebiet  nichts  melır
aufzugeben.  Wie  es  im  Donaulande  wesentlich  Baiern
und  Oberfranken  waren,  die  der  deutschen  Sprache
weiteres  Gebiet  gewannen,  so  bewirken  in  dem  letzt-‘genannten

  Gebiete  Mitteldeutsche,  die  ihren  Stützpunkt

  in  Thüringen  hatten,  die  Besiedlung.  Auch
nach  Nordosten  hin  über  die  Elbe  und  Saale  erfolgt
  schon  frühzeitig  der  Vorstoss  der  deutschen
Ansiedlung.  Karl  der  Grosse,  Heinrich  I.  und  Otto  1.
dehnten  in  ihren  Kriegen  gegen  die  Wenden  das
Gebiet  der  deutschen  Sprache  aus.  Aber  erst  im
ı2.  Jahrhundert  wurden  diese  Gebiete  dauernd  für
das  Deutschtum  gewonnen,  und  durch  die  Kämpfe
des  Deutschritterordens  wird  Preussen  und  die  Östseeküste
  bis  zum  finnischen  Meerbusen  hinzugefügt.
Wie  es  in  der  Natur  der  Sache  lag,  waren  die  Besiedler
  dieses  Gebiets  meistens  die  nächstwohnenden
  Niederdeutschen,  besonders  Sachsen,  aber  auch
viele  Mitteldeutsche,  so  dass  hier  die  mitteldeutsche
Sprache  vorherrscht,  die  ein  Bindeglied  zwischen
den  Niederdeutschen  und  den  auch  nicht  wenigen
oberdeutschen  Kolonisten  bildete.

Aber  nicht  nur  nach  Aussen  hin  gewinnt  die
deutsche  Sprache  im  Laufe  der  mittelhochdeutschen
Zeit  an  Ausdehnung,  auch  im  Innern,  in  ihrer  Verwendung
  als  Sprache  der  Dichtung,  sowohl  in  Poesie
wie  in  Prosa,  und  zur  Abfassung  von  Urkunden  aller