Schwund
des  e.

Dehnung
von  Vokalen.


Neue
Diphthonge.


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erhalten  sich  vollere  Vokale  in  einigen  zu  Hauptwörtern
  gewordenen  Participien  Praesentis:  heilant,
wigant  „Kämpfer“;  -ist  in  den  Superlativen  obrist,
  minnist  „geringste‘,  -Ööst  in  vorderöst  „vorderste‘‘,
  und  in  einigen  Substantiven,  wo  sie  auch
das  Nhd.  noch  kennt,  wie  liumunt  „Leumund‘“;
in  anderen  ist  der  volle  Vokal  jetzt  nicht  mehr  erhalten,
  wie  in:  mhd.  arzät  neben  arzet  ‚Arzt‘.

Aber  selbst  das  aus  vollerem  Vokal  geschwächte
e  ist  seines  Bestandes  nicht  sicher.  In  Präfixen  wie
be-,  ge-,  ver-  fällt  es  oft  aus;  z.  B.  beliben  und
bliben  „bleiben“,  gelouben  und  glouben  ‚„glauben‘“‘,
verliesen  und  vliesen  ‚verlieren‘;  vgl.  auch  nhd.
fressen  aus  ver-essen.  In  Affıxen  verstummt  tonloses
  e  nach  hochbetonuter  kurzer  Stammsilbe  oder
nach  tieftoniger  kurzer  Nebensilbe,  besonders  gern
nach  Liquida;  z.  B.  häln  für  hälen  „hehlen‘“,  varıı
„fahren“,  michelm  =  michelem  ‚grossem‘,  nim
„nimm“  u.  s.  w.

Anderseits  kommen  aber  auch  nicht  selten
Fälle  vor,  wo  im  Mhd.  unter  dem  Einfluss  des
Hochtones  früher  kurze  Vokale  yedehnt  werden,  so
in  den  Partikeln  dä,  sä  „so“,  wa  „wo“,  jä,  nü;  besonders
  in  Fremdwörtern:  bäbest  ‚Papst‘  aus  lat.
p  pa,  tävel  aus  lat.  tıbula  ‚Tafel‘,  schriben  aus
lat.  scrıbere  ‚schreiben‘,  mile  aus  lat.  milia  ‚Meile‘,
barün  aus  frz.  baron  (mit  Uebergang  des  6  in  ü).

Die  bunte  Mannigfaltigkeit  der  ahd.  Diphthonge
wird  in  mhd.  Zeit,  wenigstens  in  den  modernen
Ausgaben,  normalisiert  und  zu  den  oben  (S.  103)
aufgezählten  Typen  vereinfacht.  Daneben  aber
tauchen  neue  Diphthonge  auf,  z.  B.  ei  durch  Zusammenziehung
  aus  age,  ege:  yeseit  -.  gesaget,
meid  =  maged  (daher  noch  heute  Maid  neben