Magd‘,  Deinhard  aus  Degenhard,;  oi  aus  oge  in
mitteldeutsch  voit  „Vogt“  (vgl.  Vorglland)  u.  a.
Wir  haben  im  Vorhergehenden  das  klassische
Mittelhochdeutsch  im  Auge  gehabt;  in  den  mittelhochdeutschen
  Mundarten  gab  es  natürlich  eine
grössere  Abwechslung  im  Vokalsystem,  als  wir  sie
hier  zur  Darstellung  bringen.  konnten.  So  zeichnet
sich  das  Mitteldeutsche  z.  B.  durch  seine  Neigung
aus,  Diphthonge  zu  einfachen  Vokalen  zusammenzuziehen,
  uo  in  ü,  ie  in  1,  iu  zu  ü,  wofür  oben  in
$  13,  S.  94  einige  Belege  gegeben  sind.  Für  ei
und  ou  schreibt  es  gern  ai  und  au,  gleichwie  das
Bairische.  Das  Mitteldeutsche  bildet  im  Konsonantismus
  wie  auch  im  Vokalismus  die  hauptsächlichste
  Grundlage  für  die  neuhochdeutsche  Lautgebung,
  während  andere  Eigenheiten  des  nhd.  Vokalismus
  ursprünglich  den  oberdeutschen  Mundarten
zukommen,  worüber  $  ı9  das  Nähere  bringen  wird.

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Deklination  und  Konjugation  im  Mittelhochdeutschen.


Die  Vereinfachung  der  zahlreichen  indogerm.
Deklinationsklassen  und  Kasus,  die  schon  in  althochdeutscher
  Zeit  zu  einer  wesentlichen  Verminderung
  der  alten  Fülle  geführt  hat,  setzt  sich  in  unserer
Periode  weiter  fort,  vor  allem  unterstützt  durch  die
Schwächung  der  vollen  Endungsvokale  zu  e,  die
z.  B.  den  Unterschied  zwischen  a-  und  i-Deklination
noch  weiter  verwischt,  Die  vollständige  Unterdrückung
  des  Endungs-e  nach  Liquiden  auf  kurzen
Stammvokal  lässt  die  Deklinationsendungen  in  bestimmten
  Fällen  ganz  schwinden.  Der  Instrumen-