te  —  gedäht;  dünken  —  dühte,  diuhte  ‚„deuchte“.

--  gedüht;  bringen  —  brähte  -  gebräht  u.  a.

In  urgermanische  Zeit  reicht  auch  die  Bildung
der  Präteritopräsentia  zurück,  deren  Formen  die
lautgesetzliche  Weiterentwicklung  der  in  $  8,  S.  53  f.
angeführten  ahd.  Zeitwörter  bilden:  weiz  „ich  weiss‘

wizzen  --  Vergangenheit  wisse  und  als  Neubildung
  des  Mhd.  wiste,  ebenso  das  Mittelwort  gewist,
  muoz  „muss“  --  müezen  „müssen“  --  Vergangenheit
  muose  und  daneben  ebenfalls  muoste.
skal  ‚soll‘  lautet  jetzt  meist  sol  sal}  —  suln
solde.  Alsnicht  zusammengesetztes  Zeitwort  erscheint
nunmehr  tar,  turren,  torste  ‚wagen‘,  das  sich  noch
bis  zu  lL.uthers  Zeit  erhält,  dann  aber.ausstirbt,  wie
schon  vorher  einige  hier  nicht  genannte  Präteritopräsentia..
  Die  übrigen  an  erwähnter  Stelle  genannten
  Zeitwörter  bieten  keine  neuen  Formen  in
mhd.  Zeit,  ebensowenig  wellen  „wollen“.  Auch
tuon  „ich  tue‘,  tete  ‚ich  tat‘;  gän,  gen  „ich  gehe“,
gienc  „ging‘‘;  stän,  sten  „ich  stehe‘,  stuont  ‚‚stand“
sind  die  Fortsetzungen  der  entsprechenden  ahd.
Bildungen.

Wir  ersehen  aus  dem  Voranstehenden,  dass  im
Mittelhochdeutschen  der  schon  in  der  vorhergehenden
  Periode  sehr  zusammengeschmolzene  Formenreichtum
  des  Verbums  durch  das  Verblassen  der
Endungen  noch  weitere  Einbusse  erlitten  hat,  sonst
aber  im  grossen  und  ganzen  auf  dem  Standpunkt
der  lautgesetzlichen  Fortentwicklung  der  ahd.  Formen
  stehen  geblieben  ist.  Die  ausgleichende  Tätigkeit,
  die  bei  dem  neuhochdeutschen  Zeitwort  die
meisten  altertümlichen  Reste  verwischt  hat,  zeigt
sich  kaum  in  ihren  anfänglichen  Spuren.  Gegenüber
  dem  neuhochdeutschen  Zeitwort  zeigt  die  mhd.

g*

Präteritopräsentia.
