Die
Versform.

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bungen  zu  tragen  als  im  Ahd.;  aber  dafür  ist  es
nunmehr  infolge  der  Verkürzung  der  Wortformen
auch  möglich,  mehr  Inhalt  in  den  Vers  zu  bringen.
Anderseits  schwindet  wegen  der  grösseren  Zahl
Wurzelsilben  der  Unterschied  zwischen  Haupt-  und
Nebenhebung  immer  mehr.  Der  Versfuss,  d.  h:  die’
Hebung  und  die  darauffolgende  Senkung  ist  in  der
Regel  zweisilbig;  daneben  finden  sich  auch  einwie
  dreisilbige  Versfüsse.  Der  Versausgang,  der
im  Ahd.  stets  einsilbig  ist  (s.  die  Probe  aus  Otfried
  in  $  10,  S.  76  f.),  kann  nun  auch  zweisilbig  sein,
mit  langer  betonter  erster  Silbe  und  schwachem  e:
in  der  folgenden.  Der  Vers  selbst  zerfällt  durch
eine  Cäsur  in  zwei  Hälften  mit  je  4  bezw.  3  Hebungen.
  Zwei  aufeinander  folgende  Verse  sind,
durch  den  Reim  gebunden;  zwei  Verspaare  bilden
eine‘  Strophe,  deren  letzte  Halbzeile  4  Hebungen
aufweist.  Der  Reim  ist  männlich,  d.h.  er  ruht  auf
hochtoniger  Silbe,  die  letzte  Hebung  fällt  auf  die
Schlusssilbe.  Für  diese  auf  alter  Ueberlieferung
beruhende  Verskunst  bietet  das  Nibelungenlied  ein
Beispiel,  dem  die  folgenden  Strophen  entnommen
sind:

(Akut  '  bezeichnet  im  Folgenden  die  Haupthebung,

Gravis  °  die  Nebenhebung.)
ı.  Dö  wuöhs  in  Niderländ&amp;n,  |  eines  richen  küneges
kint,
des  väter  d£r  hiez  Sigemünt,  |sin  muöter  Sigelint,
in  einer  bürge  riche  |  witen  wöl  bekänt,
niden  bi  dem  Rin&amp;;|diu  wäs  ze  Säntdn  genänt.
2.  Ich  säge  iu  von  dem  d&amp;gene,  |  wie  schoene  der
wart.