sin  lip  vor  ällen  schänden  |  wäs  vil  wöl  bewärt.
stärk  ünde  ma£re  |  wart  sit  der  kiene  män;

hei!  wäs  er  grözer  &amp;rdn  |  ze  diser  werld&amp;  gewän.

ı.  Da  wuchs  in  Niederlanden  eines  reichen  Königs
Kind,

des  Vater  der  hiess  Sigmund,  seine  Mutter
Sigelind,

in  einer  reichen  Stadt  weithin  wohl  bekannt,

unten  an  dem  Rhein,  die  wurde  Xanten  genannt.


2.  Ich  sage  euch  von  dem  Recken,  wie  schön
der  wurde.
Sein  Leib  war  vor  allem  Hässlichen  durchaus
bewahrt.

Stark  und  berühmt  ward  später  der  kühne  Mann;
Ha!  wie  grosse  Ehre  er  auf  dieser  Welt  gewann.

Diese  auf  althochdeutscher  Grundlage  beruhende
  Metrik  wird  seit  dem  Ende  des  ı2.  Jahrhunderts
durch  den  Einfluss  der  romanischen  Verskunst  aus
der  Kunstpoesie  verdrängt.  Die  Dichter  der  klassischen
  Periode  der  mhd.  Zeit  wurden  von  ihr
sämtlich  mehr  oder  weniger  beeinflusst,  umsomehr
als  sie  ihre  Stoffe  grösstenteils  aus  Frankreich  erhielten
  und  daher  naturgemäss  auch  durch  die
Form  ihrer  Vorlagen  bestimmt  wurden.  Die  Verse
erhalten  jetzt  eine  begrenzte  Silbenzahl  mit  regelmässig
  abwechselnder  Hebung  und  Senkung;  man

vermeidet  einsilbige  Versfüsse,  während  die  Ver--wendung

  dreisilbiger,  d.  h.  solcher  mit  einer  Hebung
und  zwei  Senkungen  nicht  durchweg  umgangen
wird.  Neben  männlichem  Ausgang  des  Verses,  d.
h.  auf  betonte  Silbe,  findet  sich  nunmehr,  auch
weiblicher  Ausgang  auf  unbetonte  Silbe.  Den  Auf-Jüngere


Metrik.