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Auch  neuere  Volkslieder  zeigen  noch  die  alt-  Heutiges
ererbten  Eigentümlichkeiten,  die  wir  an  den  oben  Volkslied.
gegebenen  Proben  bemerken.  Auf  eine.  Hebung
kommen  zwei  oder  gar  drei  Senkungen,  und  auch
eine  nebentonige  Silbe  kann  als  Hebung  verwendet
werden.  So  in  dem  wohlbekannten  Volkslied  :.

O  Strässbürg,  o  Strässbürg!  du  wünderschöne
Städt!

Darinnen  liegt  begraben  so  männiger  Soldät.

So  männig®r  und  schöndr  auch  täpferer  Soldät,


Der  Väter  und  lieb  Mütter  böslich  verlässen
hät.

So  hat  sich  neben  der  Kunstpoesie,  die  auf
fremden  Vorbildern  aufgebaut  wurde,  bis  zum  heutigen
  Tage  das  alte  deutsche  Prinzip  des  Versbaus
im  Volke  lebendig  erhalten  und  beginnt  in  der
neuesten  Zeit  wieder  einen  wohltätigen  Einfluss  auf
die  in  Schablone  erstarrte  Kunstlyrik  auszuüben
und  sie  mit  neuen  Formen  zu  bereichern.

S
N  17.
Französischer  Einfluss  auf  das  Mittelhochdeutsche.


In  Frankreich  hatte  sich  schon  im  elften  Jahrhundert
  die  ritterliche  Gesellschaft  als  besonderer
Stand  herausgebildet,  der  in  seiner  Lebensweise
von  dem  Bürger-  und  Bauernstand  weit  abstand,
sieh  einen  strenggeregelten  Ehren-  und  Sittenkodex
und  eine  eigenartige  Sprache  geschaffen  hatte.  Zur
Zeit  der  Kreuzzüge  (erster  Kreuzzug  1096  --  1099)
sehen  wir  das  Rittertum  in  seiner  edelsten  und