Lautliche
Anpassung

der  Fremdwörter.


Franz.
Endungen
im
Deutschen.

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wörter  wurden  entlehnt,  teils  mit  der  deutschen  Infinitivendung,
  teils  mit  der  aus  dem  Französischen
und  Deutschen  zusammengesetzten  Endung  -ieren:

velen  =  faillir  ‚fehlen‘;  birsen  —  afrz.  bercer  ‚mit
dem  Pfeil  jagen“  -:  dirschen,  pürschen;  kosten  —
afrz.  coster,  coüter;  pruoven  =  prouver  —  Prüfen;
galvppieren;  parelieren  —=  frz.  parler;  turnieren;

visieren  u.  Ss.  w.  Auch  unser  Ade,  Adien  ist  schon
im  Mhd.  im  Gebrauch.
Das  Mittelhochdeutsche  nahm  in  der  Regel  die
französischen  Fremdwörter  nicht  sklavisch  herüber,
sondern  passte  sie  der  deutschen  Redeweise  an,
wenn  auch  nicht  in  der  weitgehenden  Art,  wie  das
Ahd.  und  Urgermanische  mit  den  lateinischen  Lehnwörtern
  verfahren  war.  So  wird  der  altfranzösische
Doppellaut  äi,  der  äi  mit  stärker  hervortretendem

a  gesprochen  wurde,  zu  a  in  palas  =  frz.  palais;
in  gleicher  Weise  wird  afrz.  francois  zu  mhd.  frantzöis
  —  Franzose  (für  älteres  Franze,  vgl.  Franzmınn);

  das  frz.  e  vor  einem  s  :-  Konsonant  lässt  das
deutsche  Lehnwort  wegen  seiner  Tonlosigkeit  ganz
fallen:  standart  aus  afrz.  estandart  —  e&amp;tandard  =
Standarte.

Ausser  den  Fremdwörtern  hat  das  Mhd.  dem
Französischen  auch  verschiedene  Wortbildungselemente
  entlehnt,  die  bis  auf  den  heutigen  Tag  fruchtbar
  geblieben  sind.  Die  Infinitivendung  -ieren,  die
wohl  auf  einer  Verschmelzung  der  französischen  Infinitivendung
  -ir  mit  der  entsprechenden  deutschen
Endung  -en  berulit,  war  im  Mhd.  in  ungefähr  160
Verben  französischen  Ursprungs  vertreten,  von  denen
die  meisten  längst  wieder  untergegangen  sind.  Indes
  hängte  man  schon  im  Mhd.  die  fremdländische
Endung  an  deutsche  Stämme  wie  halbieren,  stolzieren,