Aofieren  ;im  Nhd.  sind  diese  Zwitterbildungen  ausserordentlich
  vermehrt  worden:  gastieren,  buchstabieren,
liniieren,  hausieren  u.  Ss.  w.,  ganz  abgesehen  von
Zeitwörtern  fremden  Ursprungs  wie  PAotographieren,
telegraphieren,  telephonieren  u.  a.  An  Hauptwörter
tritt  die  Endung  mhd.  -iz,  nhd.  -ei  :  mhd.  prophezie

  -=  frz.  prophetie  —=  Prophezeih-ung,  massenie
—  frz.  maisnie  „Hausgesinde‘‘,  partie  =  frz.  partie
  =  Partei  u.  s.  w.  Diese  Endung  wird  schon

im  Mhd.  auf  deutsche  Stämme  ausgedehnt,  besonders
  auf  die  Tätigkeitswörter  auf  -aere  ($  9,  S.  58),
um  eine  Eigenschaft,  Beschäftigung  u.  s.  w.  zu  bezeiclınen
  ;.mhd.  zegerie  „Zaghaftigkeit‘‘,  nhd.  Bäckerei,
Fischerei,  Schreinerei  u.  s.  w.  Dann  wird  das  Suffix
-ei  auch  an  Plurale  gehängt:  Ärnderei,  Länderc:
u.a.  Endlich  wird  aus  diesen  Wörtern  ein  neues
Suffix  -erei  abgezogen:  Schelmerei,  das  auch  an  Zeitwörter
  tritt:  mhd.  vrezzerie  =  Fresserei,  rouberi«
-=  Räuberei,  Singerei,  Schreierei  w.s.  w.  Das  Sulfix
  -ei  wird  auch  an  Zeitwörter  auf  -e!n  angehängt:
Bettelei,  Heuchelei  von  betteln,  heucheln.

«Das  Suffix  -tät,  mhd.  teit  ist  ebenfalls  französischen
  Ursprungs:  mhd.  magesteit  —  Majestät,
ist  aber  auch  im  Nhd.  fast  nur  auf  fremde  Entlehnungen
  beschränkt  geblieben:  Universität,  Local  -
tät,  Rarität  u.  s.  w.  Als  scherzhafte  deutsche  Bildung
  wäre  Schwulität  (von  schwäl?)  zu  nennen.
Franz.  Ursprungs  mag  auch  das  erst  nhd.  Suffix
-lei  in  mancherlei,  vielerlei  u.  s.  w.  sein  ıvgl.  afrz.
ley  „Art  und  Weise‘),  das  im  Mhd.  nur  als  selbständiges
  leie  in  maneger  leie  u.  s.  w.  vorkommt.
Es  ist  daher  den  im  $  9,  S.  63  f.  besprochenen  Su!-fixen
  gleichzustellen.

Noch  manche  andere  Suffixe  waren  in  älterer