lichen,  folgt  hier  auszugsweise  die  Einladung  zu
dem  berühmten  Reichstage  zu  Worms  (1521),  wohin
  auch  Luther  zur  Verantwortung  geladen  wurde.
Sie  lautet:

Wir  Karl  der  funft  von  gots  gnaden  erwelter
Romischer  keisir,  zu  allen  zeiten‘  merer  des  reichs
etc.,  in  Germanien,  zu  Hispani,  beider  Sicilien  und
Jherusalem  etc.  kunig,  ertzherzog  zu  Österreich  etc.

Ersamen  lieben  getreuen,  uns  zweifelt  nit,  ir
tragt  in  guter  gedechtnuss  !,  das  wir  auf  den  letzten
tag  des  monets  octobris  des  vergangen  neunzehenden
  jars  allen  unsern  und  des  heiligen  reichs  churfursten,
  fursten  und  stenden?  schriftlichen  angezaigt,
das  wir  uns  aus  unsern  Hispanischen  kunigreichen
in  das  heilige  reiche  Deutscher  nation  zu  unser
kuniglichen  cronung  furdern?  und  alsdann  weiter
in  das  heilige  reiche  ziehen,  ainen  reichstag  halten
rn  in  unser  und  des  heiligen  Reichs  stat  Wurmbs

Solchs  verkunden  wir  euch  ernstlich  bevelhent*,
das  ir  auf  solchen  reichstag  eur  potschaft  mit  volmechtigen
  gwalt?®  ....  sendet  .....  .

Geben®  in  unser  und  des  heiligen  reichs  stat
Coln,  am  ersten  tag  des  monets  novembris  nach
Christi  geburd  im  jar  tausend  funfhundert  und  im
zwainzigsten.

Die  neuen  Vokale  ei,  au,  eu  sind  durchgeführt:
reich(e),  aus,  getreuen  u.  s.  w.;  daneben  in  oberdeutscher
  Schreibung  ai  für  ei:  angezaigt,  ainen.
Oberdeutsch  ist  auch  anlautendes  p  in  potschaft
—  Botschaft,  der  Ausfall  des  e  in  gwalt  =  Gewalt

t  Oberdeutsch  —  Gedächtnis.  %  Ständen.  3  (vgl.  be-fördern)
  begeben.  *  befehlend.  5  bevollmächtigten  Botschafter.
®  Gegeben.