Luthers  zur  Verfügung,  um  den  Fortschritt  in  seiner
Schreibweise  zu  erkennen.  In  jüngeren  Jahren
schreibt  er  oft  zc  im  Anlaut,  cz  im  Auslaut  für  einfaches
  z  bezw.  tz  (im  Auslaut),  wirft  s  und  sz  zusammen;
  später  trennt  er  altes  s  von  dem  aus  mhd.
3  entstandenen  sz,  das  er  auch  ss,  ssz  schreibt.
Er  ist  ein  Feind  jedes  unnötgen  Ballasts  in  der
Orthographie:  das  Dehnungs-e  wird  nur  bei  ie  angewandt,
  die  Konsonantenverdopplung  auf  ck,  ff
und  etymologisch  berechtigte  Fälle  beschränkt.  Dadurch
  unterschied  sich  Luthers  Schreibweise  vorteilhaft
  von  derjenigen  der  Kanzleien  und  der
Drucker,  in  der  die  genannten  Uebelstände  noch
lange  fortdauern  (vergl.  $  27).  Neben  der  Bibelübersetzung
  übten  auch  Luthers  kleine  Prosaschriften,
  seine  Bibelauslegungen  und  Vorreden,
Katechismen  und  Predigten,  Sendschreiben  und
Streitschriften  mannigfaltiger  Art  wie  auch  seine
Kirchenlieder  grossen  Einfluss  auf  die  Gestaltung
unserer  neuhochdeutschen  Schriftsprache.  Natürlich
  darf  man  sich  nicht  vorstellen,  dass  Luthers
Sprache  der  heutigen  ganz  geglichen  hätte;  im
-Gegenteil.  Vieles  mutet  uns  bei  ihm  noch  ganz
mittelhochdeutsch  an,  wenn  auch,  wie  oben  gesagt,
zwischen  seiner  ersten  und  letzten  Bibelausgabe  ein:
wesentlicher  Fortschritt  zu  bemerken  ist.  Zur  Veranschaulichung
  wollen  wir  eine  Stelle  aus  der  Bergpredigt
  (Ev.  Matth.  Kap.  VII)  nach  Luthers  Bibelübersetzung,
  Wittenberg,  1543  hier  wiedergeben.
Sie  lautet:
Richtet  nicht,  auff  das  ir  nicht  gerichtet  werdet.  Sprach-Denn
  mit  welcherley  Gerichte  ir  richtet,  werdet  ir  probe  aus
.  .  Luthers
gerichtet  werden,  und  mit  welcherlei  Mas  ir  messel,  Bibel,
wird  euch  gemessen  werden.  Was  sıhestu  aber  den