in  früheren  Schriften,  so  in  Zeupt,  erleuben,  gleuben
für  Haupt,  erlauben,  glauben.

Auf  der  beigegebenen  Tafel  VIIl  finden  wir  eine
(allerdings  stark  verkleinerte)  Probe  von  Luthers
Handschrift  aus  dem.  Jahre  1542.  Was  den  Inhalt
dieses  Gedenkblatts  betrifft,  sö  vergleiche  man  den
Anhang  am  Schlusse  des  Werkchens.

Es  kann  keinerlei  Zweifel  obwalten,  dass  nur
Luthers  Sprache  und  nicht  die  der  katholischen
Bibelübersetzer  für  die  Gestaltung  der  nhd.  Schriftsprache
  massgebend  war.  Ein  Vergleich  der  oben
abgedruckten  Stelle  aus  der  Bergpredigt  mit  der
‚  gleichen  Stelle  der  Bibelübersetzung  des  bekannten
Gegners  Luthers,  Johannes  Eck,  gedruckt  zu  Ingolstadt
  1537,  wird  dies  zeigen:

Ir  sollt  nit  richten,  so  werdet  ihr  auch  nit  ge-  Sprachrichtet.
  Ihr  sollt  nit  verdamen,  so  werdt  ihr  auch  probe  aus
nit  verdamt,  dan  mit  welcherlat  urtail  ihr  richtet,  as
wert  ihr  gerichtet  werden;  und  mit  waserlai  mass  setzung.
ir  mässt,  würdt  auch  euch  gemässen  werden.  Was
sihest  du  ain  agen  (ahd.  agana,  got.  ahana
„Spreu‘)  in  deins  Brüders  aug;  oder  wie  tharst
“du  sagen  zu  deinem  brüder,  Halt,  ich  will  dir  die
agen  auss  den  augen  ziehen,  und  sıhe  ai  balck
st  ın  deinem  aug.  du  Gleissner,  zeuch  am
ersten  den  balcken  auss  deinem  aug,  darnach  besihe,
wie  du  die  agen  auss.  deines  brüders  aug  dringest.

Wir  finden  die  oberdeutschen  Wortformen  x:/
für  nicht,  agen  für  Splitter,  brüder  für  Bruder,
Gleissner  für  Heuchler,;  den  Doppelvokal  @i  für  ei;
den  Abfall  des  e  in  Endungen:  werd!  —  werdet,
deins  —  deines  u.  s.  w.  Alle  diese  oberdeutschen
Eigentümlichkeiten  sind  nicht  in  die  nhd.  Schriftsprache
  übergegangen.