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nie  ganz  rein  von  hochdeutschen  Beimengungen
blieb.  Auch  Luthers  neues  Testament  wird  vielfach
  ins  Niederdeutsche  übersetzt,  aber  mit  vereinzelten
  Ausnahmen  nicht  mehr  im  ı7.  Jahrhundert.
Das  beweist,  dass  schon  längst  vorher  das  Hochdeutsche
  seinen  Einzug.  als  Sprache  der  Literatur
und  der  Gebildeten  gehalten,  haben  muss.  Es  ist
dies  leicht  erklärlich.  Luther  .  war  selbst  als
Niederdeutscher  geboren  und  lebte  in  Wittenberg,
das  damals  noch  durchaus  niederdeutsch  war.
Zudem  hatte  Luther  seine  meisten  Freunde  und
Anhänger  in  Niederdeutchland.  So  kommt  es,  dass
die  neue  Lehre  hier  am  schnellsten  Fuss  fasst,  und
mit  ihr  dringt  die  Sprache  des  Reformators  vor.
Auch  auf  der  Kanzel  herrscht  seit  dem  Beginn  des
17.  Jahrhunderts  das  Hochdeutsche.  Die  Kanzleien
gar  konnten  sich  der  Uebermacht  der  offiziellen  Urkundensprache
  des  Kaisers  und  der  hohen  Reichsfürsten
  noch  weniger  erwehren,  und  so  verschwindet
der  heimatliche  Dialekt  um  dieselbe  Zeit  vollständig
aus  ihnen,  nachdem  die  bedeutenderen  schon  seit
der  Mitte  des  16.  Jahrhunderts  mit  ihm  gebrochen
hatten.  Allerdings  fehlt  es  auf  niederdeutschem
Boden  auch  nicht  an  vereinzeltem  Widerspruch,  aber

er  verhallt  ohne  Erfolg.
Sprachliche  Man  darf  also  behaupten,  dass  das  ı6,.
Abhängig“  Jahrhundert  im  grössten  Teile  Deutschlands  sprach-Schrift.
  lich  von  Luther  abhängig  war,  um  so  mehr  als  ja
steller  von  fast  dreiviertel  der  literarischen  Produktion  theolo-Luther.
  gischen  oder  religiös-sittlichen  Inhalts  war.  Einzelne
weltliche  Schriftsteller  von  besonderer  Eigenart,
wie  der  Strassburger  Johann  Fischart,  der  Verfasser
des  satirischen  Romans  Gargantua,  wahren  sich
grössere  Selbständigkeit  im  Gebrauch  ihrer  Mund-