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art,  die  andere  wieder  vermeiden  wollen,  ohne  es
ganz  zu  können,  wie  der  bekannte  Nürnberger
„Schuh-macher  und  Poet  dazu‘,  Hans  Sachs.  Aber
wo  sich  auch  ‚Widerstand  gegen  die  neu  entstandene
  deutsche  Schriftsprache  zeigt,  ist  er  entweder
  nur  vereinzelt  oder,  wenn  er  von  einer  grösseren
Gemeinsamkeit,  wie  in  der  Schweiz,  gestützt  wird,
muss  er  doch  allmählich  versiegen  unter  der
zwingenden  Notwendigkeit  des  Anschlusses  an  das
sprachliche  Vorbild  des  eigentlichen  Deutschlands.
Allein  die  Niederlande  haben  sich  nicht  nur  politisch
(1648),  sondern  auch  sprachlich  von  Deutschland
losgerissen,  was  immerhin  ein  Verlust  ist,  wenn
wir  ihn  auch  mit  Rücksicht  auf  das  sonst  überall
siegreiche  Vordringen  der  neuhochdeutschen  Schriftsprache
  verwinden  können.  Schon  1493  erscheint
das  Wort  „Hochdeutsch‘“,  doch  seit  Luthers  Auftreten
  erst  ist  dem  Wort  die  Tat  gefolgt:  die  ersehnte
  ,„höchdeutsche‘  Sprache,  ein  gemeinsames
Verständigungsmittel  aller  deutschen  Stämme,  ist
durch  ihn  eine  Tatsache  geworden.

Wenn  aber  auch  das  Werkzeug  geschaffen  war,
so  wurde  es  deshalb  doch  noch  nicht  allgemein’  da
gebraucht,  wo  es  hätte  Verwendung  finden  können.
Ganze  Gebiete  der  Wissenschaft  und  Lehrtätigkeit
blieben  der  deutschen  Sprache  zunächst  nahezu
  verschlossen.  In  demselben  16.  Jahrhundert,  in
dem  die  neuhochdeutsche  Sprache  ihre  Ausbildung
erfuhr  und  sich  rasch  über  weite  Gebiete  Deutschland
  verbreitete,  erlitt  sie  eine  bedeutende  Einschränkung
  durch  das  Aufkommen  des  Humanismus,
  d.  h.  des  Studiums  der  klassischen  Sprachen
(vgl.  $  21).  Die  ganze  wissenschaftliche  literarische
  Tätigkeit  wird  in  lateinischer  Sprache  aus-Verwen-


  der
neuen
Schriftsprache.
