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geübt.  Während  zu  Beginn  der  Reformation  ein
rascher  Aufschwung  in  der  Zahl  der  gedruckten
deutschen  Bücher  stattfindet,  tritt  bald  ein  Stillstand
  ein;  noch  1570  sind  70°/,.  der  in  Deutschland
  gedruckten  Bücher  in  lateinischer  Sprache  abgefasst.
  Erst  gegen  Ende  des  ı7.  Jahrhunderts
sind  die  deutschen  Bücher  in  der  Ueberzahl,  und
wieder  braucht  es  ganze  hundert  Jahre,  bis  das
Lateinische  am  Ende  des  ı8.  Jahrhunderts  auch
aus  der  gelehrten  Schriftstellerei  verschwindet,  soweit
  sie  für  deutsche  Leser  bestimmt  ist;  in  Werken,
die  dem  internationalen  Gebrauch  dienen  _sollen,
wird  es  bekanntlich  heute  noch  verwandt.  Einer
der  ersten  Gelehrten,  der  für  die  Pflege  der  Muttersprache
  an  der  Schule  und  Universität  an  Stelle
des  alleinherrschenden  Lateins  eintrat,  war  der
Pädagoge  Raske  zu  Anfang  des  17.  Jahrhunderts,
Er  verlangt,  dass  der  Unterricht  im  Deutschen  die
Grundlage  alles  Sprachunterrichts  bilden  und  dass
auch  Philosophen,  Rechtsgelehrte  und  Aerzte  sich
der  deutschen  Sprache  in  ihren  Schriften  bedienen
sollten.  Noch  andere  Männer  traten  für  den  Gebrauch
  der  Muttersprache  an  Stelle  des  Lateinischen
ein,  aber  es  dauert  doch  bis  1687,  ehe  ein
Professor  Thomasius  in  Leipzig  es  wagen  durfte,
die  erste  Vorlesung  in  deutscher  Sprache  zu  halten
und,  von  1688  ab,  auch  eine  literarische  Zeitschrift
in  deutscher  Sprache  herauszugeben.  Dann  hat
noch  im  18.  Jahrhundert  das  Deutsche  einen  harten
Kampf  mit  dem  Französischen  zu  bestehen;  ein
Zehntel  der  literarischen  Erzeugnisse  in  Deutschland
  ist  um  die  Mitte  dieses  Jahrhunderts  in  französischer
  Sprache  geschrieben.  Doch  auch  aus
diesem  Kampfe  ging  unsere  Muttersprache  siegreich