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hervor,  ja  sie  fand  sogar  Zeit,  neben  der  Ausdehnung
im  Innern  ihres  Gebietes,  ihre  Grenzen  nach  Osten
und  Süden  vorzuschieben.  Das  Polnische  —  ganz
abgesehen  von  kleineren  slavischen  Dialekten  wie
das  Wendische  —  weicht  in  neuhochdeutscher  Zeit
stetig  vor  dem  Deutschen  zurück.  Auch  im  Süden
hat  das  Deutsche  Eroberungen  über  das  Rhätoromanische,
  wie  im  Norden  gegen  das  Dänische
aufzuweisen.  Aber  diesem  Gewinn  stehen  auch
Verluste  gegenüber:  an  ihrer  ganzen  Westgrenze
hat  die  deutsche  Sprache  fortwährend  Gebiet  an
das  Französische  verloren;  erst  seit  dem  Jahre  1870
ist  dieser  Rückgang  zum  Stillstand  gekommen.  Auch
in  Böhmen  streitet  das  Deutsche  mit  ı  dem
Tschechischen  einen  harten  Kampf,  bei  dem  wenig
Gewinn,  aber  mancher  Verlust  zu  verzeichnen  ist
trotz  tapferster  Gegenwehr.  Der  deutsche  Schulverein
  hat  es  sich  zur  Aufgabe  gemacht,  unsere
Muttersprache  durch  Gründung  von  Schulen  in  den
bedrohten  Grenzgebieten  zu  schützen  und  womöglich
  weiter  ausbreiten  zu  helfen;  aber  so  löblich  das
Unternehmen  auch  ist,  so  scheint  es  doch  nicht
den  Erfolg  zuhaben,  den  die  aufgewendeten  Mittel
und  Kräfte  zu  versprechen  schienen,  da  der  Deutsche
im  Allgemeinen  zu  lässig  ist,  wenn  es  gilt,  seine
Muttersprache  in  feindlicher  Umgebung  zu  erhalten.
In  unserer  Zeit  ist  aneine  weitere  Ausdehnung  aber
nur  dann  zu  denken,  wenn  den  versprengten  und
ausgewanderten  Deutschen  das  Bewusstsein  aufgeht,
dass  es  ihre  heiligste  Pflicht  ist,  die  Muttersprache
zu  erhalten  und  ihren  Kindern  zu  vererben.  Um
das  zu  erreichen,  müsste  aber  der  Deutsche  erst
die  übertriebene  Hochachtung  vor  der  fremden
Sprache,  die  sein  altüberkommenes  übles  Erbteil

Ausbreitung
  der
deutschen
Sprache.