Studien  einbezogen  und  sollte  bei  der  Uebersetzung

der  Bibel  ins  Deutsche  durch  Luther  schon  die

grosse  Rolle  spielen,  die  wir  oben  ($  19,  S.  137  ff.)
dargelegt  haben.

Lateinische  Doch  die  Beschäftigung  mit  den  verschiedenen

Lehn-  und  fremden  Sprachen  sollte  auch  für  unsere  Mutterwörter

  jm  Sprache  nicht  ohne  Nachwirkung  bleiben.  Wie  sich

Deutcshen.  das  Deutsche  schon  in  den  ersten  christlichen

Jahrhunderten  dem  Einfluss  der  lateinischen  Sprache

nicht  entziehen  konnte  (s.$  2,S.  14),so  standes  im

ganzen  Mittelalter  unter  der  Einwirkung  des  Lateins  als

Kirchensprache.  Indes  sind  die  Lehnwörter  kirchlichen

  Ursprungs  —  Äloster,  Münster,  Schule  ;  Pfaffe,

Mönch,  Nonne;  Spende,  Almosen,  Engel,  Opfer,

Marter  ,  segnen,  predigen,  benedeien  und  viele  andere

—  doch  beschränkt  in  ihrer  Zahl;  nunmehr  aber,

im  16.  Jahrhundert,  wird  die  deutsche  Sprache  geradezu

  überflutet  von  einer  Unzahl  lateinischer

Fremdwörter,  die  ihr  durch  die  gelehrten  Studien

neu  zugeführt  werden.  Diese  jüngste  Schicht

lateinischen  Sprachguts  ist  leicht  erkennbar,  da  sie

bis  auf  den  heutigen  Tag  ihre  fremde  Lautform

samt  dem  fremden  Akzent  bewahrt.  hat  und  somit

nie  recht  eigentlich  von  dem  deutschen  Sprachkörper

  aufgenommen  worden  ist.  Dem  Einfluss  des

Lateinischen  konnte  sich  auch  Luther  nicht  entziehen;

doch  sind  die  bei  ihm  anzutreffenden  Fremdwörter

weit  geringer  an  Zahl  als  bei  seinen  Zeitgenossen

(vgl.  $  19,  S.  144).  Aber  im  allgemeinen  sind  die

Reformatoren  dem  Lateinischen  nicht  feindlich  ge-....

  sinnt,  wie  sie  ja  auch  die  Mode  mitmachen,  ihren

Lateinische  Namen  zu  latinisieren  oder  gräzisieren;,  so  nennt

Br  sich  Luthers  Freund  Melanchthon  (noch  dazu  mit

griechische  .
Namen.  falscher  Deutung  seines  Namens),  anstatt  den  gut