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deutschen  Namen  Schwarzert  beizubehalten;  aus
Baumann  wird  ein  Agricola,  aus  Habermann  macht
der  Träger  des  Namens  einen  Avenarius.  Viele
lateinische  Namen  wie  Zextor  —=  Weber,  Faber  —
Schmidt,  Sartorzus  —  Schneider,  Su/or  =  Schuster
u.  s.  w.  sind  in  dieser  Zeit  aufgekommen.

Aus  den  verschiedensten  Kanälen  brach  im
16.  Jahrhundert  die  Hochflut  der  lateinischen  Fremdwörter
  über  unsere  Muttersprache  herein.  Da  sind
zunächst  die  Männer  der  Wissenschaft,  die  uns  zahllose
  lateinische  Ausdrücke  zuführen:  Aula,  Audlitorium,
  Autor,  Zensur,  Katheder,  Universität,  Fakultät,
  Professor,  Doktor,  Famulus  (=  Diener),  Disziplin,
‚Zxempel,  Element,  Opus  (—  Werk),  Edition  (=  Ausgabe),
  Fragment  (=  Bruchstück),  Kolloguium
(=  Zwiegespäch),  Disputation  (wissenschaftlicher
Streit),  Vokabular,  Abiturient,  Karzer,  Geographie,
Botanik,  Zoologie  und  andere;  auch  Zeitwörter  wie
dispulieren,  analysieren  u.  s.  w.  Die  Kanzleisprache

schaftliche.
Ausdrücke.

N

beglückte  uns  mit  Wörtern  wie:  Datum,  Auktion,  Ausdrücke

Aundienz,  Kontrakt,  Kopie,  Dekret,  Edıkt,  Effekt,
Fiskus,  Formular,  Interesse,  Instrument,  Justiz,  Invenlar,
  Mission,  Motiv,  Nation,  Residenz,  Skrupel,
Vidimus  (=  Gesehen)  und  zahllosen  andern.  Die
Politik  führte  uns  auch  Wörter  zu:  Aristokratie,
Demokratie,  Monarch,  Tyrann,  Konsul,  Senat,  Privileg,
Proletarier  u.  a.  Das  Eindringen  des  römischen
Rechts  brachte  neue  Fremdwörter  mit  sich:  Furzsdiktion,
  Fundament,  appelieren,  zitieren,  restituieren
u.  s.  w.  Die  aus  Italien  stammende  neue  musikalische
  Kunst  brachte  uns  Komponist,  Melodie,
Takt,  Dissonanz,  Modulation  u.  s.  w.

Endlich  ist  die  in  der  2.  Hälfte  des  16.  Jahrhunderts
  blühende  Uebersetzungswut  eine  Quelle

der
Kanzleisprache,

der  Politik
und  des
Rechts.