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konnten.  Karl  V.  war  französisch  erzogen  worden,
unterhielt  sich  am  besten  in  dieser  Sprache  und
fasste  seine  Briefe  französisch  ab.  An  zweiter
Stelle,  gewissermassen  im  Gegensatz  zu  Karl  V  und
doch  zu  denselben  Ergebnissen  auf  sprachlichem  Gebiet
  führend,  wäre  der  an  Deutschlands  Fürstenhöfen
  weitverbreitete  Kalvinismus,  die  Lehre  des
französischen  Reformators  ÄAalvin  zu  nennen.  Im
(sefolge  der  neuen  Lehre  französischen  Ursprungs
stellten  sich  französische  Sprache  und  Sitte  in  den
höheren  Kreisen  Deutschlands  ein.  Es  wurde  z.B.
üblich,  ‚den  Briefwechsel,  selbst  unter  Deutschen,
nicht  in  der  Muttersprache,  sondern  in  französischer
Sprache  zu  führen.  Die  Folgen  für  unsere  deutsche
Sprache  sollten  sich  bald  bemerkbar  machen.  Wenn
schon  der  Schweizer  Tschudi  im  Jahre  1538  gegen
die  Verwelschung  der  deutschen  Sprache  eifert,  um
wieviel  fester  hatten  sich  am  Ende  desselben  Jahrhunderts
  die  fremden  Gäste  eingenistet!  Aus  dieser
Zeit  stammen  Fremdwörter  wie  galant,  nett,  adrett,
honelt,  kokett,  charmant,  brillant,  nobel,  miserabel;
avisieren,  arrivieren,  akkordieren,  tranchieren,  diskurieren,
  ruinieren;  die  einheimischen  Familienbezeichnungen
  Oheim  (Ohm),  Muhme,  Vetter  und  Base
weichen  den  französischen  Onkel,  Tante,  Cousin  und
Cousine;  im  gesellschaftlichen  Leben  herrscht  Mode,
Chikane,  Kompliment,  Kavalıer,  Kabale,  Malice.
Endlich  brachten  die  Kriege  mit  Frankreich  ein
ganzes  Heer  von  Ausdrücken  militärischer  Art:
Armee,  Korps,  Regiment,  Bataillon,  Kompagnte,
General,  Major,  Leutnant,  Adjntant,  Garnison,
Ouartier,  attackieren,  avancieren,  armieren,  relirieren
u.  Ss.  w.  Die  letzte  Gruppe  weist  uns  deutlich  auf
eine  weitere  Ursache  des  .Einströmens  fremden

Kalvinismus.


Französische

Fremdwörter.
