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und  besten  deutschen  Bücher  geschrieben  und  gedruckt
worden:  so  hat  die  hiesige  Mundart  unvermerkt  in
ganz  Deutschland  die  Oberhand  bekommen.‘  So  viel
galt  Gottsched  als  sprachliche  Autorität,  dass
selbst  sein  Gegner  in  der  Auffassung  von  der
Dichtkunst,  Bodmer,  sich  ihm  in  Fragen  der  sprachlichen
  Richtigkeit  unterordnete.  Er  'äussert  sich
in  der  Vorrede  zu  Breitingers  Kritischer  Dichtkunst
  folgendermassen  :  ‚Soviel  mir  bekannt  ist,  hal
Meissen  das  beste  Recht,  von  andern  Provinzen
Deutschlands  zu  fordern,  dass  sie  ihre  eigene  Aussprache
  und  Mundart  für  die  seinige  verlassen,
allermassen  es  darinnen  wahre  Vorzüge  vor  allen
anderen  aufweisen  kann.  Freilich  gibt  er  deshalb
nicht  alle  Rechte  der  Mundarten  .auf,  sondern  meint,
dass  ın  anderen  Provinzen  viele  gute  Wörter  und
andere  geschickte  Redensarten  von  altem  deutschem
Herkommen  behalten  worden  .....

Die  beiden  vorstehenden  Proben  mögen  zugleich
  das  Aussehen  der  deutschen  Schriftsprache
um  die  Mitte  des  18.  Jahrhunderts  veranschaulichen.
Es  ist  leicht  daraus  zu  ersehen,  wie  sehr  sie  sich
schon  dem  Brauche  unserer  Klassiker  genähert  hat,
der  ja  auch  für  uns  noch  als  Muster  gilt.  Wir
können  also  sagen,  dass  zur  genannten  Zeit  die
neuhochdeutsche  Schriftsprache  fertig  und  seitdem
auf  dem  gleichen  Standpunkt  geblieben  ist,  abgesehen
von  Einzelheiten  im  Wortschatz,  wovon  noch  zu
sprechen  sein  wird.  Es  ist  das  Verdienst  der
Grammatiker  des  ı8.  Jahrhunderts,  die  deutsche
Schriftsprache  von  dem  Einfluss  der  veralteten
Lutherschen  Sprachform  befreit  zu  haben,  aber  sie
bleiben  noch  im  Banne  des  Vorurteils,  dass  die
meissnische,  d.  h.  sächsische  Sprache  sowohl  in

Bodmer.