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kaum.  den  Erfolg  gehabt,  das  Monopol  der  meissnischen
  Sprache  zu  beseitigen,  wenn  nicht  die  überwältigende
  Bedeutung  unserer  klassischen  Literatur,
die  sich  im  Norden,  Osten  und  Südwesten  Deutschlands
  zuerst  entfaltete,  es  gebrochen  hätte.  Wielands
  erste  Romane,  deren  flüssige  Sprache  die
durch  den  schwerfälligen  Stil  seiner  Vorgänger  äbgestossenen
  gebildeten  Kreise  für  den  deutschen
Roman  gewann,  entstanden  in  Württemberg;  Lessings
prosaische  Meisterwerke  entstanden  in  Schlesien  und
Hamburg.  Herder  ist  Ostpreusse,  Goethe  aus
Frankfurt  und  Schiller  aus  Schwaben;  sie  alle  sind
schon  fertige  Männer  und  hochberühmte  Schriftsteller,
  als  sie,  gleichwie  Wieland,  in  Weimar  ihre
dauernde  Heimat  finden.  Besonders  Wieland
stellt  sich  in  einen  scharfen  Gegensatz  zu  Adelung,
indem  er  den  Grundsatz  aufstellt,  dass  es  ‚‚die
guten  Schriftsteller  sind,  welche  die  wahre  Schriftsprache
  eines  Volkes  bilden“.  Auch  die  Stellung
Schillers  und  Goethes  zur  neuhochdeutschen  Schriftsprache
  ist  keine  andere:  Grammatisch  war  diese
ja  seit  der  Mitte  des  Jahrhunderts  festgelegt;  kein
Schriftsteller,  selbst  nicht  der  unbedeutendste,  hätte
daran  gedacht,  sich  seiner  heimatlichen  Mundart
zu  bedienen,  viel  weniger  ein  Schiller  oder  Goethe.
Freilich  standen  sie  in  ihrer  Jugend  noch  insofern
in  dem  Bann  ihrer  Mundart,  als  sie  dieser  angehörige
  Wörter  oder  Wortformen  unbewusst  verwenden;
  aber  je  länger  sie  schriftstellerisch  tätig  sind,
um  so  mehr  verlieren  sich  diese  heimatlichen  Anklänge,
  um  auf  der  Höhe  ihrer  Tätigkeit  ganz  zu
verschwinden.  Indes  darf  man  nicht  vergessen,
dass  Goethe  schon  als  Student  in  Leipzig  weilte
und  den  grössten  Teil  seines  Lebens  in  Weimar,

Die
Klassiker.

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