also  auf  sächsischem  Sprachgebiet,  zugebracht  hat.
Schiller  hatte  bekanntlich  den  Dresdener  Körner,
den  Vater  des  Dichters  der  Freiheitskriege,  zum
Berater.  Das  hinderte  aber  beide  nicht,  sich  über
das  beanspruchte  sprachliche  Vorrecht  Sachsens
lustig  zu  machen  und  es  als  etwas  Abgetanes  zu
betrachten.

Wie  die  grossen  Schriftsteller  unserer  klassischen
  Zeit  sich  im  Gegensatz  zu  Gottsched  und
Adelung  in  der  Wertschätzung  des  sächsischen
Dialekts  befinden,’  so  weichen  sie  auch  darin  von
deren  starrem  Standpunkt  ab,  dass  sie  aus  den
Mundarten  und  aus  der  älteren  Sprache  Wörter
schöpfen,  wo  der  Schriftsprache  treffende  Bezeichnungen
  fehlen.  Neben  Lessing,  Wieland
und  Goethe  war  es  besonders  Herder,  der  auf  die
Mundarten  als  eine  ergiebige  Fundgrube  zur  Bereicherung
  der  Schriftsprache  hinwies.  Auf  diesem
Wege  folgen  ihnen  die  Romantiker,  die  Verherrlicher
des  Mittelalters  und  seiner  Poesie,  und  noch  mehr
die  Germanisten,  die  Wiedererwecker  des  deutschen
Altertums,  seiner  Sprache  und  Literatur.  So  sind
manche  alte  Wörter  uns  wieder  gang  und  gäbe  geworden,
  die  jahrhundertelang  verschollen  waren
wie  Degen  —=  Held,  Recke  —  Krieger,  Drünne
—  Panzer,  Minne  —  Liebe,  Fehde,  Hain,  Gau  u.  a.
In  übertriebener  Weise  und  deshalb  oft  unverständlich
  nimmt  Richard  Wagner  Ausdrücke  der  älteren
Sprache  wieder  auf:  vrezslich  —=  schreckhaft.  Ebenso
  hat  die  heutige  Schriftsprache  zahlreiche  Dialektworte
  besonders  aus  dem  Niederdeutschen  aufgenommen:
  Zaken  (=  Bettuch),  Moor,  Rasen  (=  oberdeutsch
  Wasen),  fett  (=  oberdeutsch  /ezs?),  ruppig,
und  viele  andere,  meist  seemännische  Ausdrücke