sprache  ist  die  Unterdrückung  der  tonlosen  e  in  Endsilben
  erfolgt  —  vgl.  mhd.  ambet  Ani,  arzet
Arst,  houbet  Haupt,  maget  Magd,  hemede  Hemd),
angest  Angst,  krebez  Krebs,  münech  Mönch  u.  8.  w.
Wenn  sich  die  Apokope  des  e  nun  nach  dem
Vorgang  der  bairisch-österreichischen  Mundart  und
der  von  ihr  beeinflussten  Kanzleisprache  anfangs
auch  ziemlich  häufig  findet,  so.  zeigt  sich  unter
dem  Einfluss  des  Mitteldeutschen  bald  ein  Rückschlag.
  Luther  selbst  entscheidet  sich  in  den
späteren  Bibelausgaben  für  die  nicht  apokopierten
Formen,  und  Opitz,  Gottsched  und  Adelung  folgen
seinem  Vorgang.  Besonders  sucht  man  das  für
die  Flexion  notwendige  e  zu  schützen  und  geht
hierin  sogar  so  weit,  es  an  Stellen  wiedereinzusetzen,
wo  es  schon  im  Mhd.  abgestossen  war.  Abgefallen
ist  im  Nhd.  das  tonlose  e  in  der  Regel  nach  einem
andern  Suffix:  mhd.  vischaere  wird  Zzscher,  handelunge
  —=  Aandlung,  vinstenmisse  —=  Finsternis,
küniginne  -=  Königin,  edele  —=  edel,  gebende  —
gebend  u.  s.  w.  Wo  «  unmittelbar  auf  die  Stammsilbe
  folgte,  bleibt  es  nach  stimmhaften  Verschlussund
  Reibelauten,  damit  diese  nicht  stimmlos  werden:

mhd.  oede  =  öde,  truebe  =  /rübe,  wise  =  weise;
nach  stimmlosen  Lauten,  Liquiden  und  Nasalen
fällt  es  ab:  spaete  =  spä/,  kuele  —  Aühl,  niuwe

—  nen.

Wegfallen  kann  im  Nhd.  das  e  des  Gen.  und
Dat.  Sing.  der  starken  Maskulina  (s.  $  26)  nach
starkem  Ton,  wenn  nicht  Gründe  der  bequemen
Aussprache  entgegenstehen;  nach  Nebenton  fällt  es
regelmässig  aus.  Demnach  sagen  wir!  Äönıgs,
Monats,  aber  Tags  und  Tages,  Fasses,  Geizes
u.  ä.  Selbst  im  Plural  fällt  aus  dem  gleichen  Grunde