das  sonst  feste  e  weg  nach  den  Endungen  -el,  -er,  -en,
-em,  -lein,  -chen:  die  Alügel,  Fenster,  Mädchen  u.  S.  w.
Anderseits  fügt  das  Nhd.  das  Plural-e  auch  wieder
an,  wo  esim  Mhd.  fehlt,  z.B.  bei  einsilbigen  Liquidastämmen:
  mhd.  die  kil  =  nhd.  die  AÄiele,  die  stil
—  die  Siiele,  die  koln  —=  die  Kohlen  u.  s.  w.
Beim  Zeitwort  ist  Synkope  des  e  im  Nhd.  häufig
vor  den  Endungen  st  und  t:  du  Adlfst,  er  hilft;
selbst  der  Stammauslaut  auf  d  oder  t  hindert  sie
nicht:  du  wirst,  er  wird;  du  trittst,  er  tritt  u.  s.  w.
Dagegen  hat  das  Nhd.  ein  im  Mhd.  synkopiertes  e
wiederhergestellt  in  wern  wehren,  zeln  zählen  u:  ä.
Auch  das  vor  r  im  Silbenauslaut  nach  altem  ji,
ü,  iu  =  nhd.  ei,  au,  eu  eintretende  e  ist  nhd.
Entwicklung:  mhd.  gir  =  Geier,  sür  —  sauer,  viur
—  Feuer  u.  S.  w.  '
Neben  rein  lautlichen  Entwicklungen  machen
sich  bei  der  Erhaltung  oder  Abstossung  des
Endungs-e  auch  andere  ‚Einflüsse  geltend:  Wörter,
die  als  zusammengehörige  Gruppen  empfunden
werden,  streben  nach  gleicher  Form;  so  erhalten
die  Feminina  meist  das  e,  weil  es  als  Kennzeichen
des  weiblichen  Geschlechts  aufgefasst  wird:  Mühle,

Kehle,  Ware,  Ruhe  u.  s.  w.,  wohingegen  die  Neutra  -

meist  das  e  aufgeben:  Z/eer,  Netz,  Glück,  Reich
u.  s.  w.  Alle  einzelnen  Möglichkeiten  zu  verfolgen,
liegt  indes  bei  der  Fülle  der  Erscheinungen  ausserhalb
  des  Rahmens  des  vorliegenden  Werks.

$  25.
Der  Konsonantismus  der  neuhochdeutschen
Schriftsprache.

Neben  den  einschneidenden  Veränderungen,  die
der  nhd.  Vokalisınus  gegenüber  dem  mhd.  erlitten

Neue  e
vor  r.