Mhd.  ch.

Mhd.  w.

Mhd.  s  im

Nhd.

nicht  mehr  von  seien,  sdhen  nicht  von  sden.  Im
Mhd.  ist  das  h  in  eher,  mahel,  tähele  gesprochen
worden,  im  Nhd.  ist  es  stumm  in  Aehre,  Ge-mahl,
Dohle.  Manchmal  ist  das  stumme  h  auch  in  der
nhd.  Schreibung  ausgefallen:  Dex  aus  bihel;  zuweilen
ist  nach  Verstummen  des  h  Zusammenziehung  eingetreten:
  Zräne  aus  trahen,  pl,  trähene,  Zähre  aus

‚zaher,  pl.  zähere,  /ehde  aus  vähede  u.  Ss.  w.

Auch  ch  ist  einigemale  dem  h  folgend  geschwunden:
  allmählich  aus  mhd.  almechlich  zu  gemach,
  geruhen  aus  geruochen,  Gleissner  aus
gelichsenaere  zu  gelihsen  ‚sich  verstellen“  u.  a.

Mhd.  w  fiel  im  Nhd.  in  den  flektierten  Kasus
weg,  wo  esim  Mhd.  schon  in  Nominativ  geschwunden
war,  vgl.  $  14,  S.  100f.  Wenn  es  erhalten  blieb,
so  wurde  es  zu  b:  /al5  neben  fahl,  gelb  neben
dial.  gekl.

Ueber  das  aus  sl,  sm,  sn,  sw  entstandene  schl,
schm,  schn,  schw,  ebenso  wie  über  die  nhd.  Aussprache
  von  sp  und  st,  die  bereits  im  späten  Mhd.
auftritt,  ist  in  $  14,  S.  99  gesprochen  worden.
Im  Nhd.  hat  ebenso  s  nach  r  im  Auslaut  und  auch
vielfach  im  Inlaut  ebenfalls  die  Aussprache  sch  angenommen:

  mhd.  ars  =  nhd.  Arsch,  birsen  (s.  $
17,8.  126)  —  dirschen,  (pürschen),  burse  -=  Bursche,
kirsse  =  Kirsche,  hersen  -  Aerrschen  u.  a.  Vereinzelt

  ist  nhd.  ZZrsch  aus  mhd.  hirz;  Luther  schreibt
noch  Zirs,  ZHirß.  Neu  ist  auch  der  Uebergang
des  stimmlosen  s  zwischen  stimmhaften  Lauten  in
stimmhaftes  s  im  Nhd;  wann  dies  geschah,  lässt
sich  nicht  näher  bestimmen,  da  die  Lautbezeichnung
die  gleiche  blieb  ;  wir  sprechen  heute  /ezse,  Linse,
Amsel  mit  stimmhaftem  s.  Die  norddeutsche  Aussprache
  verlangt  dies  stimmhafte  s  überhaupt  im