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wird.  Zum  Unterschied  von  früheren  Jahrhunderten
drängt  die  Entwicklung  der  Sprache  nicht  nur  zur
‘  Einheitlichkeit  im  schriftlichen,  sondern  auch  im
mündlichen  Gebrauch  unter  dem  Einfluss  des  erheblich
  gesteigerten  Verkehrs  und  Bevölkerungsaustausches
  zwischen  den  verschiedenen  Teilen  des
geeinten  Reiches.

S  26.
Deklination  und  Konjugation  im  Neuhochdeutschen.


Wenn  schon  im  Mhd.  die  urgermanischen,  im
Ahd.  noch  teilweise  erhaltenen  Deklinationsklassen
sehr  zusammengeschmolzen  sind,  so  ist  im  Nhd.
durch  den  Abfall  vieler  Nomimativ-e,  durch  die
Ausdehnung  des  Umlautes  u.  s.  w.  einenoch  weitergehende
  Vermischung  und  Zerstörung  der  alten  Zerfall  der
Deklinationstypen  eingetreten.  Wir  unterscheiden  Deklinaheute
  nur  noch  zwei  Deklinationsklassen:  starke  und  aaa
schwache  Deklination,  und  bei  den  weiblichen
Hauptwörtern  gilt  der  Unterschied  sogar  nur  für  die
Mehrzahl,  die  Einzahl  ist  gänzlich  endungslos.  Die
schwache  Deklination  ist  in  der  Einzahl  überhaupt
nur  noch  bei  männlichen  Hauptwörtern  erhalten;
die  drei  Neutra  Auge,  Ohr,  Herz,  die  im  Mhd.  auch
im  Singular  schwach  gebeugt  wurden,  sind  jetzt  in
der  Einzahl  in  die  starke  Deklination  übergetreten,
in  der  Mehrzahl  flektieren  sie  schwach;  so  entsteht
  eine  sog.  gemischte  Deklinationsklasse  im  Nhd.

Die  männlichen  Hauptwörter  der  starken  Dekli-  Pluralnation
  haben  den  Umlaut  in  grösserem  Umfang  als  aung  der
im  Mhd.  zur  Bildung  der  Mehrzahl  angenommen:  askHunE
mhd.  hove  =  Zöfe,  koche  —=  Köche,  frosche  =