Wechsel
des  Geschlechts.


schwach:  mhd.  arbeit,  arbeite  =  Arbeit,  Arbeiten,
tät,  täte  —=  JZal,  Taten  u.  s.  w.  Alle  Feminina
auf  -heit,  -keit,  -schaft  werden  im  Mhd.  im  Plural
stark,  im  Nhd.  ‘dagegen  schwach  abgewandelt:
eigenschaft,  eigenschafte  —  Zigenschaft,  Eigenschaften.
  Manchmal  sind  auch  die  umgelauteten
Formen  des  Gen.  und  Dat.  Sing.  im  Nhd.  in  den
Nominativ  eingedrungen:  .  mhd.  ante,  ente  —  nhd.
Ente,  Enten,  bluot,  bluete  —=  Dlüte,  Blüten  u.  s.  w.

Die  schwache  Deklination  der  Feminina  ist  im
Nhd.  durch  die  Endungslosigkeit  des  Singulars  mit
der  .-Deklination  zusammengefallen:  bluome,  bluomen
Blume,  Blumen,  sunne,  sunnen  =  Sonne,  Sonnen
u.  v..a.

Nicht  immer  entspricht  das  nhıd.  Geschlecht
der:  Hauptwörter  dem  mhd,  Geschlecht.  Starke
Maskulina  sind  ins  Neutrum  übergetreten:  mhd.
der  lop  =  nhd.  das  206,  häufiger  ins  Femininum,
meist  nach  mitteldeutschem  Gebrauch:  mhd.  der
list,  luft,  angest,  lust,  wäc  —=  nhd.  die  List,  Luft,
Angst,  Lust,  Woge  u.  v.  a.  Starke  Neutra  sind  im
Nhd.  ins  Maskulinum  übergegangen:  mhd.  daz  gou

(göu),  getwerc,  honec,  tranc  —=  nhd.  der  Gau,
Zwerg,  Honig,  Trank,  nicht  seltenauch  ins  Femininum:
daz  maere,  wäfen,  äher,  zit  =  die  Mähre,  Waffe,

Aehre,  Zeil  u.  s.  w.  Manche  schwach  deklinierten
Hauptwörter  schwanken  zwischen  Mask.  und  Fem.'
im  Mhd.,  sind  aber  im  Nhd.  Feminina  geworden:
mhd.  der,  diu  bluome  —=  die  Blume;  andere,  die
im  Mhd.  nur  männlich  gebraucht  wurden,  sind  ebenfalls
  im  Nhd.  ins  Femininum  übergetreten:  der
backe  —  die  Backe  (dial.  der  Backen),  der  karre
=  die  Karre  (dial.  der  AÄarren),  der  vane  —  die
Fahne  u.  S.  W.