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mich,  g  in  gross  und  wenig  (nach  der  gewöhnlichen
Aussprache  der  Mitteldeutschen)  sind  nichtidentisch,
ch  in  sechs  lautet  wie  k,  g  in  Zag  je  nach  der
Aussprache  wie  k  oder  ch.

Endlich  ist  noch  ein  Umstand  zu  erwähnen,
der  einer  lautrichtigen  Wiedergabe  des  gesprochenen
Worts  schon  in  alter  Zeit  entgegenwirkte:  das
Streben,  etymologisch  gleiche  Wörter  auch  in  gleicher
oder  wenigstens  möglichst  ähnlicher  Gestalt  auftreten
  zu  lassen;  so  schreiben  wir  alt  —  Alter,
weil  wir  den  Zusammenhang  fühlen  und  in  der
Schrift  deutlich  machen  wollen,  sprechen  aber  die
ältern  genau  so  wie  das  ursprünglich  identische  die
Eltern,  bei  dem  wir  an  die  Herkunft  nicht  mehr
denken.  Wir  schreiben  er  fähr‘,  weil  wir  wissen,
dass  es  zu  fahren  gehört,  aber  fertig,  bei  dem  die
Zugehörigkeit  zu  diesem  Zeitwort  uns  nicht  mehr
zum  Bewusstsein  kommt.

Nur  in  einzelnen  Fällen  bringt  die  Schrift  Länge
oder  Kürze  der  Vokale  zum  Ausdruck;  ganz  unmöglich
  ist  es  ihr,  die  wechselnde  Tonhöhe  derselben
  wiederzugeben,  die  das  Tempo  der  Rede
oder  die  Stimmung  und  Absicht  des  Sprechenden
so  verschiedenartig  gestalten.  Die  Rechtschreibung
ist  also  naturgemäss  von  vornherein  unvollkommen;
sie  wird  es  noch  mehr  dadurch,  dass  sie  oft  mit
der  Weiterentwicklung  der  Sprache  nicht  Schritt
hält;  endlich  hat  die  Willkür  der  Schreiber  und
die  Mode  nicht  wenig  zur  Verunstaltung  unserer
Orthographie  beigetragen.

Unsere  heutige  Rechtschreibung  beruht  im
wesentlichen  auf  dem  Lautstand  zur  Zeit  der  Einführung
  der  Buchdruckerkunst,  um  die  Wende  des
Mittelalters  und  der  Neuzeit.  Damals  aber  wurde

Etymologische

Schreibung

Unvollkommen-

  des

Schriftbilds.



Veralteter
Lautstand
der
heutigen
Orthographie.
