Bann  —=  mhd.  bänle),  Donner  —  mhd.  Diner,
Stimme  —  stime  u.  s.  w.  Hier  hat  also  der  doppelte:-Konsonant
  einen  Zweck;  aber  was  soll  er  in
Schreibungen  des  15.  Jahrhunderts  wie  Opffer,  Herta
(tz  —  tts),  Schandt,  geschenckt  (ck  =  kk),  Hellffers»
hellffer,  Czeytten  (Zeiten)  und  vielen  andern?  So«
gar  dreifache  Schreibung  finden  wir  in  den  Lautbezeichnungen
  gck,  ssz,  die  sich  noch  in  Kaiser
Maximilians  Kanzlei  finden,  obwohl.  dessen  Kanzler
Niclaus  Ziegler  das  Bestreben  hat,  überflüssige
Konsonantenhäufungen  zu  vermeiden.  Aber  noch  im
ı7.  Jahrhundert  begegnen  wir  zahllosen  Doppelungen:
unnd,  auf,  Kopf,  Graf,  gantz,  Brodt,  Volck  u.  s.  w.,
bei  denen  wir  die  besondere  Vorliebe  für  die  Verdoppelung
  des  n,  f,  k,  t,  z  bemerken,  von  der  wir
uns  heute  noch  nicht  ganz  freigemacht  haben.  Tafel
IX  (verkleinerte  Wiedergabe  eines  Druckes  des
“17.  Jahrhunderts)  bietet  uns  zahlreiche  Beispiele
für  die  erwähnten  Doppelschreibungen  von  Kon-.
  sonanten.  Wohl  haben  wir  die  meisten  überflüssigen
Doppelkonsonanten  wieder  ausgemerzt,  aber  nicht
wenige  sind  doch  erhalten  geblieben,  die  weder
etymologisch  noch  phonetisch  irgend  welche  Berechtigung
  haben:  verwandt,  bedeckt,  Schatz,  öffnen  (mit
Anlehnung  an  ofen)  u.  s.  w.

Zur  mittelhochdeutschen  Zeit  stand  es  weit
besser  um  die  Rechtschreibung;  damals  war  sie
phonetisch  d.h.  lautrichtig.  Natürlich  war  sie  nie
so  einfach  und  konsequent,  wie  wir  sie  in  unsern
normalisierten  Klassikerausgaben  sehen,  aber  das
Bestreben  der  Schreiber  ging  doch  dahin,  ihrer  Aussprache
  gemäss  auch  zu  schreiben,  und  die  Buntheit
  der  Schriftbilder  in  der  spätmhd.  Zeit  entspricht
  der  Mannigfaltigkeit  der  dialektischen  Aus-