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828.
Die  heutigen  deutschen  Mundarten
und  die  Schriftsprache.

Noch  immer,  wie  schon  in  alter  Zeit,  zerfällt
das  Gebiet  der  deutschen  Sprache  in  zwei  Hauptteile:
  hochdeutsches  und  niederdeutsches  Gebiet.
  Ihre  Grenzen  und  unterscheidenden  Merkmale
  haben  wir  schon  im  $  5,  S.  28  erwähnt,  wo
ebenfalls  gesagt  wurde,  dass  die  niederdeutschen
Mundarten  (Hlolländisch,  Friesisch,  Niedersächsisch)
ausserhalb  des  Kreises  unserer  Betrachtung  fallen.
Demnach  sprechen  wir  nur  von  den  hochdeutschen

Hoch-Mundarten,

  die  gleichfalls  heute  noch  in  die  ober-  deutsche
deutschen  und  mitteldeutschen  zerfallen.  Aller.  Mundarten.

dings  hat  sich  die  Grenze  des  mitteldeutschen
Sprachgebiets  nicht  unwesentlich  zu  ungunsten  des
Niederdeutschen  verschoben,  und  diese  Vorwärtsbewegung
  des  Mitteldeutschen  dauert  immer  noch
an.  Städte  wie  Mansfeld,  Eisleben,  Merseburg,
Halle,  Bernburg,  Köthen,  Dessau,  Wittenberg  fielen
früher  ins  niederdeutsche  Gebiet;  seitdem  ı14.bis  16.
Jahrhundert  ging  hier  auch  das  Volk  zur  hoclıdeutschen
  Sprache  über,  die  bei  den  Gebildeten
schon  vorher  im  Gebrauch  war.

Die  Grenze  zwischen  Oberdeutsch  und  Mitteldeutsch
  ist  im  $  5,  S.  29  angegeben.  In  nhd.
Zeit  ist  ein  unterscheidendes  Kennzeichen  des  Oberdeutschen:
  die  Bewahrung  des  diphthongischen
Charakters  der  mhd.  Doppellaute  ie,  uo,  üe:  nhd.
tif  (geschrieben  zief)  --  alemannisch  und  bairisch
ti-Ef,  nhd.  gar  =  alemannisch  gu-&amp;t,  bairisch  gu-at,
nhd.  Züdlein  =  alemannisch  Bü-Eble,  bairisch  Bu-ab,
während  das  Mitteldeutsche  die  einfachen  Vokale

Oberdeutsch

und  Mitteldeutsch.
