Mitteldeutsch.


Östmitteldeutsch.


über  den  südlichen  Teil  der  oberrheinischen  Tiefebene
  und  umfasst  den  grössten  Teil  des  Elsasses,
Basel,  auf  der  badischen  Seite  die  Ortenau  und  den
nördlichen  Teil  des  Breisgau;  das  Hoch-“alemannische

  besteht  aus  den  Mundarten  des  südlichen

  Breisgaus,  des  Hegaus,  Vorarlbergs  und
den  verschiedenen  Schweizer  Mundarten.  Das  Merkmal
  des  Hochalemannischen  gegenüber  dem
Niederalemannischen  ist  die  Verschiebung  des  anlautenden
  germ.  k  zur  Spirans  ch  (gesprochen
wie  ch  in  ach):  schweiz.  Cheid  =  elsässisch  Ae:d
(ein  Schimpfwort,  soviel  etwa  als  Kerl),  Chorn  —
Korn.  Die  mitteldeutschen  Mundarten  zerfallen
in  die  alten  westlichen  und  die  neuen  östlichen.
Mundarten  des  Kolonisationsgebietes  (vgl.  $  ı2,
S.  83  f.);  die  letzteren  fasst  man  auch  als  Ostmitteldeutsch
  zusammen.  Ihre  Grenze  gegen  jene  bildet
die  obere  Zwickauer  Mulde,  gegen  das-  Niederdeutsche
  läuft  sie  über  Kottbus,  Grünberg  zur
Oder  oberhalb  Züllichau;  im  Süden  bildet  die
Reichsgrenze  gegen  Oesterreichisch-Schlesien  auch
die  Sprachgrenze,  da  in  diesem  nunmehr  das  österreichische
  Oberdeutsch  herrscht.  Ausser  den

Schlesisch-  Schlesisch-Lausitzischen  Mundarten  umfasst  das
Lausitzisch  Ostmitteldeutsche  noch  die  Erzgebirgisch-Nord-Iörz-





böhmischen  Dialekte  sowie  mitteldeutsche  Sprachinseln
  in  Posen  und  in  Ostpreussen.  Charakteristisch
für  die  ostmitteldeutschen  Mundarten  ist  die  Verkleinerungssilbe
  -I,  -le,  -la:  Mütz!  (erzgebirgisch),
NMutterle  (gemeinschlesisch‘,  Garila  (Gärtchen),
Töchterla  u.  s.  w.  (schlesisch),;  ferner  wird  für  anlautendes
  pf  nur  f  gesetzt:  Poster  —=  Pflaster.
Durch  Gerhard  Hauptmanns  Dramen  ist  der
schlesische  Dialekt  auch  weiteren  Kreisen  bekannt