Altertümliche
  Reste
in  den
Mundarten.

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den  grösseren  oder  geringeren  Grad  der  Beeinflussung
  von  seiten  der  Mundart.  Ein  reines  Hochdeutsch
  wird  auch  in  der  Umgangssprache  der
besten  Kreise  kaum  erreicht.  Aber  anderseits
übt  infolge  des  geringen  Abstandes  die  Schriftsprache
  auch  auf  die  Mundart  einen  bedeutenden
Einfluss  aus,  besonders  in  den  Städten,  so  dass
man  die  städtischen  Dialekte  schon  an  ihrer
grösseren  Annäheryng  an  die  Schriftsprache  im
Verhältnis  zur  Mundart  der  umgebenden  Landbezirke
  erkennt.  Dieser  Einfluss  macht  sich  immer
mehr  auch  auf  dem  Lande  geltend  infolge  des
allgemeinen  Volksschulunterrichts,  der  Zeitungslektüre
  und  des  erheblichen  gesteigerten  Verkehrs
zwischen  Stadt  und  Land.  So  drohen  viele  altüberlieferte
  Eigenheiten  der  Mundart  in  Wortschatz
und  Flexion  allmählich  unterzugehen.  Die  Mundarten
  selbst  werden  freilich  nicht  untergehen,  —
davon  sind  wir  noch  weit  entfernt  —  und  bewusste
  Tätigkeit  von  Gelehrten  und  Schriftstellern
sucht  sie  sogar  zu  grösserem  Leben  zu  erwecken
und  zur  literarischen  Verwendung  heranzuziehen.
Ehe  sie  dem  unabwendbaren  Untergang  verfallen,
werden  in  unseren  Tagen  die  altertümlichen  Reste
in  den  Mundarten  gesammelt.  Das  schweizerische
und  das  elsässische  Idiotikon,  das  bairische  Wörterbuch
  von  Schmeller,  das  kurhessische  Idiotikon  von
Vilmar  u.  a.  bergen  unendliche  Schätze,  die  in
nicht  allzu  ferner  Zeit  unwiederbringlich  verloren
sein  würden.  Wir  können  hier  nur  wenige  Beispiele
anführen,  um  zu  zeigen,  wieviel  uraltes  Sprachgut
in  unseren  Mundarten  fortlebt,  das  in  der  Schriftsprache
  untergegangen  ist:  das  alemannische  Wort
anke  (geschmolzene  Butter),  mhd.  anke,  ahd.  anco