Anhang.

Erklärungen  und  Textumschriften
zu  den  Tafeln  I—-IX.

Tafel  I  (vor  dem  Titelblatt).

Althochdeutsche  Inschrift,  gefunden  im  Januar..
1900  zu  Bingen  beim  Abbruch  der  Grundmauern
der  dortigen  Domkellerei.  Nur  drei  Bruchstücke
wurden  entdeckt.  Sie  bestehen  aus  grauem  Sand--
  stein  und  gehörten  zu  einer  Platte,  die  ursprünglich
64  cm  hoch  und  ıı  cm  dick  war;  die  Breite  lässt.
sich  auf  mindestens  93  cm  berechnen.  Der  obere
Teil  war  in  fünf  nebeneinander  liegende,  mit  flach
eingehauenen  Bogen  überspannte  Felder  eingeteilt,
von  denen  nur  das  mittlere  noch  ganz  erhalten  ist.
Hier  ist  ein  bärtiger  Mann  dargestellt,  der  beide
Hände  betend  emporhebt.  Gekleidet  ist  er  in  einen
langen,  um  die  Lenden  gegürteten  Rock  aus  schwerem
Stoff;  die  Unterschenkel  sind  mit  langen  Schuhbändern
  umwunden.  Ueber  seinem  Kopf  steht  im
Bogen  die  Inschrift:  Die.de.rich  (die  Silben  sind
durch  Punkte  getrennt).  Dass  hier  das  Bildnis  der
Hauptperson  erhalten  ist,  ergibt  sich  schon  aus  der
Stellung  in  der  Mitte  des  Ganzen.  Von  den  benachbarten
  Feldern  sind  nur  die  Ansätze  der  erwähnten
  Bogen  erhalten.  Die  äussersten  Felder