—  Ich  bin  eine  Stimme  eines  Predigers  in  der
Wüste  des  Krieges:  Bereitet  dem  Frieden  den  Weg,
machet  richtig  seine  Steige!  Tut  Buße,  das  Himmelreich
  ist  nahe  herbeigekommen.  —

Du  willst  den  Frieden,  deutsches  Volk,  weil  Dir  der  Krieg  als
eine  schwere  Last  zu  schwer  geworden  ist,  weil  seine  Leidensfluten
  Dir  bis  ans  Herz  gehen,  Dich  zu  ertränken  drohen;  denkst
aber  nur  an  den  politischen  Frieden.  ·

Diesen  kannst  Du  nicht  erhalten,  bevor  Du  Frieden  mit  Deinem
  Gott  gemacht,  Deine  Gottesfeindschaft  beseitigt  hast.  Denn
Deine  Weltsreundschaft  und  Gottesfeindschaft  waren  und  sind  auch
jetzt  noch  sehr  groz.  Ueber  zwei  Jahre  schon  tobt  der  furchibare
  Weltkrieg;  „des  Fleisches  Lust  und  der  Augen  Lust  und  hofsärtiges
  Leben“  aber  toben  auch  noch  in  Dir.  Millionen  scheuen
sich  nicht,  Gott  frech  zu  leugnen,  ihn  durch  schamlose  Befriedigung
  der  graßesten  Selbstsucht  zu  verhöhnen.

Dennoch  klagst  Du:  „Die  Greuel  des  Krieges  schreien  zum

Himmel!“  Siehe:  Die  Greuel  der  Sünde  noch  mehr.  Darum
wundere  Dich  nicht.  —
Du  sagst  ferner:  „Wenn  es  einen  Gott  gibt,  wie  kann  er
dieses  Sichzerfleischen  der  Völker,  solche  Scheußlichkeiten  noch  länger
  mitansehen?“  —  Die  Scheußlichkeiten  der  Sünde  jedoch,
wie  sie  in  Dir  und  den  andern  Völkern  verübt  wurden,  immer
noch  verübt  werden,  die  Fleischeswerke,  als  da  sind:  Ehebruch,
Hurerei,  Unzucht,  Neid,  Haß,  Hader,  Zwietracht,  Lug  und  Trug,
Geiz,  Wucher  u.  dergl.  —  das  alles  soll  Gott,  ohne  zu  strafen,
ruhig  mitansehen.  Siehe:  Die  Welt  erntet  nur,  was  sie  gesät
hat,  immer  noch  sät.  Gott  läßt  sich  nicht  spotten.  Seine  Strafgerichte
  sind  gerecht.  Sie  treffen  Dich  wie  die  andern  Völker.
„Denn  es  ist  hie  kein  Unterschied;  sie  sind  allzumal  Sünder  und
mangeln  des  Ruhmes,  den  sie  an  Gott  haben  sollten.“