VI  Vorwort.

mit  besonderer  Aufmerksamkeit  zu  lesen.  Erst  dann  kann  der
dritte  Teil  seinen  Sweck  vollständig  ersüllen,  nicht  minder  der
zweite,  der  zwar  den  kleinsten  Umfang  erhielt,  aber  den  Müttern
unentbehrlich  ist.

Wenn  Gegner  unserer  Richtung  uns  vielleicht  den  Vorwurf
machen,  daß  wir  in  der  „Hausärztin“  im  Gegensatz  zu  anderen
ähnlichen  Merken  zu  viel  „Selbsthilfe“  gelehrt  haben  und
dadurch  eine  angeblich  schädliche  Bestrebung  unserer  Seit  unterstützen,
  oder  daß  wir  in  unseren  Bildern  zu  viel  Nacktheit
bringen  und  daher  auch  gefährlich  wirkten  —  so  antworten
wir:  unsere  Seit  hat  die  Befreiung  von  der  über  Leben  und
Gesundheit  gebietenden  Kutorität  des  Krztes  der  alten  Krt  angebahnt;
  das  Dolk  hat  angefangen,  sich  selbst  helfen  zu
wollen,  und  jeder  einsichtsvolle  Arzt,  der  für  die  Interessen
der  Menschheit  wirkt  und  nicht  nur  für  seine  Sunft,  wird  dieses
Bestreben  als  einen  glückbringenden  Fortschritt  freudig  begrüßen
und  ihm  alle  seine  Kräfte  weihen.  Zuch  ist  es  ein  Irrtum,  zu
glauben,  der  Arzt  säge  durch  diese  Unterstützung  den  Hst  selbst
ab,  auf  dem  er  sitzt;  es  ändert  sich  nur  einerseits  die  Krt  seiner
Tätigkeit,  indem  er  mehr  ein  Hüter  der  Gesundheit  wird,
statt  wie  bisher  ausschließlich  aus  dem  Elend  seiner  kranken
Mitmenschen  Uutzen  zu  ziehen;  anderseits  ist  der  wissenschaftlich
und  praktisch  ausgebildete  Arzt  unter  den  heutigen  traurigen
Gesundheitsverhältnissen  so  notwendig,  daß  er  trotz  aller  Selbsthilfe
  der  Laien  nie  ganz  entbehrlich  werden  wird.  Um  laienhafte
Selbstüberschätzung  der  eigenen  Fähigkeiten  zu  verhüten,  habe
ich  daher,  wo  es  notwendig  erschien,  immer  auf  die  Gefahr  der
Selbstbehandlung  hingewiesen  und  stets  die  Suziehung  des  fachgebildeten
  Arztes  betont.

Was  den  zweiten  Dorwurf  anbelangt,  so  habe  ich  es  gerade
als  eine  der  Kufgaben  eines  solchen  Buches  betrachtet,  angesichts
der  im  Uiedergang  begriffenen  Schönheit  des  menschlichen  Körpers
und  des  immer  mangelhafter  werdenden  Natursinnes  auf  gewisse
Grundlagen  zurückzuführen,  um  auf  das  noch  von  Krankheit,  vor-