Herz.  11

welche  unserem  Willen  nicht  unterliegen.  Die  zahlreichen  Muskeln  an
unserem  äußeren  Körper  sind  aus  vorstehenden  Abbildungen  ersichtlich.
Sie  sind  je  nach  Tätigkeit  und  Lage  in  Gruppen  eingeteilt  und  zählen
zu  den  willkürlichen.

Zu  den  unwillkürlichen  Muskeln  gehören  alle  die  unseres  inneren  Körpers,
welche  die  Tätigkeit  des  Magens,  Darmes,  der  Blase,  Gebärmutter,  des
Herzens  und  der  Gefäße  unterhalten,  ohne  von  unserem  Willen  beeinflußt
zu  werden.  Sie  sind  von  größter  Wichtigkeit  für  uns.  Zwei  innere  Organe
bestehen  sogar  vorwiegend  nur  aus  kräftigen  Muskelfasern;  es  sind  muskulöse
Hohlorgaue,  bedeutender  Zusammenziehung  fähig,  das  eine  in  der  Brusthöhle,
das  andere  im  Beckenraum  liegend.  Es  ist  das  Herz  und  die  Gebärmutter.


Die  anderen  inneren  Organe  haben  mehr  oder  minder  dünne  Muskelschichten,
  Darm  und  Gefäße,  sogenannte  „Ringmuskeln“,  welche  sowohl  die
Fortbewegung  des  Speisebreies  wie  die  der  Blutflüssigkeit  bewirken  und  unterstützen,
  bei  nervösen  Störungen  aber  krampfartige  Schmerzen,  Stockungen
der  inneren  Funktionen  usw.  hervorrufen,  indem  sie  sich  heftiger  zusammen--ziehen
  und  dadurch  auch  Gegenbewegungen  erzeugen.  Man  denke  an  das
Erbrechen,  an  Darmkolik,  an  wehenartige  Schmerzen  in  der  Gebärmutter
u.  a.  mehr;  ohne  Muskeln,  die  einem  Nervenreize  unterliegen,  wären  diese
nicht  möglich.

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Das  Herz.

Die  Anordnung  der  Muskelfasern  des  Herzens  ist  eine  netzartige:  dadurch
  muß  sich  der  Innenraum  des  Herzens  verkleinern,  und  dessen  Inhalt
muß  herausgepreßt  werden,  wenn  diese  Muskelfasern  sich  plötzlich  kräftig
zusammenziehen.  Das  Pulsieren  des  Herzens,  der  sogenaunte  Herzschlag,
ist  nichts  anderes  als  eine  solche  Zusammenziehung  (lateinisch  contraction)
des  Herzmuskels.  Diese  Zusammenziehungen  bewirken  ein  Zu=  und  Abfließen
des  Blutes,  und  es  ist  verständlich,  daß  Kreislaufstörungen  mit  ihren  mannigfachen
  Beschwerden  entstehen  müssen,  wenn  der  Herzmuskel  erschlafft  oder
verfettet  und  den  notwendigen  Druck  nicht  mehr  ausüben  kann.

Die  Gesunderhaltung  desselben  ist  demnach  eine  wesentliche  Bedingung
zur  Erhaltung  unserer  Gesundheit  im  allgemeinen,  und  schon  bei  Kindern
und  jungen  Mädchen  muß  man  dafür  sorgen,  daß  keine  Entwicklungsstörungen
  eintreten.

Wir  sehen  zahlreiche  Schläuche  aus  dem  Herzen  emporwachsen;  es  sind
die  Blut  zuführenden  und  Blut  abführenden  Gefäße,  die  Adern,  welche  sich  über
den  ganzen  Körper  verbreiten,  indem  sie  sich  nach  allen  Seiten  verzweigen.  Die