Haut.  21

im  Gehirn  zusammenhängt.  Der  Vorgang  der  Atmnng  besteht  nur  in  Luft—
verdünnung  und  Druckwirkung,  indem  bei  kuppelartiger  Wölbung  des  Zwerchfells
  nach  oben  und  gleichzeitigem  Sinken  der  Rippen  der  Luftinhalt  der
Lungenbläschen  ausgepreßt  wird  (Ausatmung);  bei  Zusammenziehung  und
Senkung  des  Zwerchfells  aber,  sowie  dadurch,  daß  die  Rippen  durch  Tätigkeit
der  Atmungsmuskeln  gehoben  werden,  tritt  eine  Vergrößerung  des  Brustraumes
  ein,  infolge  welcher  die  darin  noch  vorhandene  Luft  sich  verdünnt
und,  da  die  Luft  das  Bestreben  hat,  sich  überallhin  auszudehnen  und
gleichen  Dichtigkeitsgrad  zu  erzielen,  von  außen  in  den  erweiterten  Brustraum
Luft  kräftig  einströmt.  Das  ist  die  Einatmung.

Wir  haben  also  einen  rein  physikalischen  Vorgang  vor  uns,  den  man
auch  mittelst  Apparaten  nachahmen  kann.

Verstopfung  der  Lungenbläschen,  Ausfüllung  des  Brustfellraumes,  nervöse
  Störungen,  Schwellungen  der  kleinen  und  großen  Luftröhren,  mangelhafte
  Tätigkeit  des  Zwerchfells  und  der  Brustmuskeln  oder  schlechte  Entwickelung
  des  Rippenkorbes  können  die  Atmung  demnach  bedeutend  stören  und
hemmen  und  die  Speisung  des  Organismus  mit  Sauerstoff  in  gefährlichster
Weise  beschränken;  kräftige  übung  der  Atmungsmuskeln,  Gesunderhaltung
der  Luftröhren  fördern  dagegen  das  Atmungsgeschäft  wesentlich  und  müssen
schon  bei  der  Erziehung  der  Jugend  im  Auge  behalten  werden.

2—

Die  Baut.

Ein  Stiefkind  unter  allen  Organen  des  Kulturmenschen  ist  die  Haut.
Man  weiß  zu  wenig  von  ihren  Aufgaben,  von  ihrem  Bau,  vernachlässigt  und
mißhandelt  sie  durch  Kleidung  und  Wohnung  und  weiß  in  Erkrankungsfällen
nichts  Rechtes  mit  ihr  anzufangen.  In  der  Heilkunde  der  Zukunft  wird  sie
aber  eine  bisher  ungeahnte  Rolle  spielen,  bei  der  Pflege  und  Erziehung  der
Jugend  bedeutende  Aufmerksamkeit  finden.

Um  solche  wünschenswerte  Fortschritte  anbahnen  zu  helfen,  müssen  wir
in  unseren  nächsten  Kapiteln  nicht  nur  Belehrungen  über  Bäder,  Kleider  usw.
liefern,  sondern  wir  müssen  auch  über  den  Bau  und  die  Funktionen  der  Haut,
soweit  sie  bisher  bekannt  geworden  sind,  Aufschluß  geben,  da  sich  unsere  Anforderungen
  an  eine  reformierte  Lebensweise  nur  durch  diese  begründen  lassen.
Immer  mehr  bricht  sich  auch  in  nichtwissenschaftlichen  Kreisen  die  Erkenntnis
Bahn,  daß  die  Haut  nicht  nur  eine  Schutzdecke  für  unseren  Körper,  nicht  nur
ein  „Sinnesorgan,  welches  die  Empfindung  vermittelt,  ist,  sondern  auch  ein
Reinigungsorgan,  wie  Lunge  und  Nieren,  das  gesund  erhalten  werden  und
kräftig  tätig  sein  muß,  wenn  die  erstgenannten  nicht  überlastet  werden  sollen,