Harnorgane.  25

im  Schweiß  kranker  Menschen  sehr  oft.  Daß  man  an  dem  Schweiß—
geruch  starke  Trinker  oder  Fleischesser  erkennen  kann,  ist  bekannt;  es  beweist
dies,  daß  also  auch  durch  die  Haut  zutage  tritt,  was  vorher  im  ganzen
Organismus  kreiste,  und  daß  nicht  allein  der  Atem  oder  der  Harn  abnorme
Vorgänge  verraten.

Wie  wichtig  die  Tätigkeit  der  Haut  für  den  Organismus  ist,  geht  auch
aus  dem  Umstand  hervor,  daß  ein  teilweiser  Verlust  der  Haut  tödlich  wirkt,
daher  so  viele  Menschen  an  Brandwunden  zugrunde  gehen,  die  weder  ihrer
Tiefe  noch  der  Schmerzen  wegen,  die  sie  bereiteten,  lebensgefährlich  erschienen.
Ebenso  auffällig  erschien  die  Tatsache,  daß  Kaninchen,  die  man  ganz  überfirnißte,
  so  daß  jegliche  Hautatmung  oder  Wärmeregulierung  aufgehoben  war,
in  wenigen  Minnten  verendeten.

Dies  genügt,  um  auf  die  Notwendigkeit  einer  besonderen  Hautpflege
hinzuweisen,  mindestens  vor  Mißhandlung  der  Haut  zu  warnen.

In  der  vorstehenden  Abbildung  sehen  wir  einen  schematischen  senkrechten
Schnitt  durch  die  Haut,  durch  welchen  Schweiß=  und  Talgdrüsen,  ein  Wollhaar
  mit  dem  daran  hängenden  Muskelchen,  welches  beim  Zusammenziehen
das  „Sträuben  der  Haare“  bewirkt,  die  Hauthöckerchen  (Papillen),  welche  bei
Kältereiz  die  Gänsehaut  bilden,  die  Gefäßschlingen,  die  Tastkörperchen  und
schließlich  das  Fettgewebe  veranschaulicht  werden.  Es  empfiehlt  sich,  die  Zeichnung
  recht  genau  zu  betrachten  und  mit  unseren  Ausführungen  in  Einklang
zu  bringen.

Die  Harnorgane.

Man  weiß,  daß  der  gesunde  Harn  gelb,  klar  und  nicht  auffallend  übelriechend
  ist,  auch  daß  seine  Beschaffenheit  durch  die  aufgenommene  Nahrung
beeinflußt  wird,  d.  h.  daß  stark  riechende  oder  schmeckende  Speisen  dem  Harn
besondere  Eigenschaften  verleihen.

Da  wir  auch  wissen,  daß  die  zur  Auflösung  gekommenen  Nahrungsstoffe
in  das  Blut  gelangen,  so  müssen  wir  dementsprechend  annehmen,  daß  der
Harn  wie  der  Schweiß  aus  dem  Blute  geliefert  wird.  Tatsächlich  geschiehr
dies  auch  in  dem  Harnbereitungsorgan,  der  Niere.

Der  Harn  besteht  aus  dem  für  den  Organismus  überflüssig  gewordenen
Wasser,  überschüssigen  Nahrungsbestandteilen  (vor  allem  Kochsalz)  und  den
löslichen  Auswurfstoffen  unseres  Körpers.  Unter  normalen  Verhältunissen  wird
nicht  mehr  als  1—2  Liter  Harn  in  24  Stunden  ausgeschieden.  Die  Menge
vermehrt  sich,  wenn  wir  sehr  viel  trinken,  und  vermindert  sich,  wenn  wir  viel
schwitzen.  Mit  Recht  kann  man  fragen,  woher  das  viele  Wasser  komme,  da
wir  doch,  wie  unsere  vorhergegangenen  Ausführungen  darlegten,  schon  durch